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Ost und West · 1907-07-01 · Heft 7 (Juli 1907) · p. Seite 441 - 442

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 7 (Juli 1907)
Article
Uarda [Illustration]
Date
1907-07-01
Page
Seite 441 - 442 (sequence 1)
Language
German
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441 442 NATHANIEL SICHEL Copyright by Gustav Schauer in Berlin. Uarda* BERLIN. NATHANIEL SICHEL. Nachdruck verboten. Es gibt nur wenig Künstler, deren Werke mit Hilfe photographischer Mittel mehr verbreitet worden wären als die Sicheis. Die dunkeläugigen Frauengestalten, mit den schwarzen lockigen Haarwellen um das südländische Gesieht, angetan mit reichem Schmuck und weiblich selbstgefälligem Stolz wurden die Lieblingsbilder eines grossen Publikums. Sie hatten viel von jenem Beiz, der bei der Allgemeinheit unmittelbares Gefallen erregt. Der Erfolg beim grossen Publikum liess Sichel an seiner Art festhalten und trotz der gegnerischen Beurteilung von kritischer Seite seine gefällige Manier weiter üben. So betätigte sich seine malerische Phantasie auf dem Spezialgebiet des dekorativen Pliantasieporträts. Es sind junge, sinnlich träumerische Frauen, mit exotischem Schein und südländischer Schwüle, die er darstellt. In voller Entwicklung prangt ihr reifer Körper, süsse orientalische Mattigkeit liegt auf ihnen, in sentimentaler Untätigkeit blicken sie uns an. Sie sind geschmückt wie reiche Bräute des Orients oder in Nathaniel Sichel. leichtes antikisches Phantasiegewand gehüllt; Kettchen, Spangen und Geschmeide stützen die Gewand falten und glitzern an den braunen Armen, auf dem entblössten Hals, an dem Gurt an der Brust. So verkörpern sie eine Frauengestalt der Bibel oder der Dichtung oder geben ohne bestimmte Beziehung nur ein Bild der schönen Frauenwelt des Südens mit einer Mischung von leiser Mekncholie in ihrem dolce far niente. Durch awei Dinge sucht Sichel die träumerische Stimmung zu steigern, durch Musik und durch sonnige Gestade im Hintergrund, Seine Deborah, die „Bettlerin vom Pont des Arts", seine Mignon und andere Idealbildnisse haben ein Saiteninstrument in der Hand, daran rühren noch die Finger, während die Augen sinnen und in die Ferne schweifen. So sucht er den Eindruck zu erwecken, als klingen und' verklingen Töne um die Gestalt und sei eine Mignon- Stimmung um das schöne Frauenbild gebreitet. Zuweilen sind's zwei Frauengestalten, die in müssiger Träumerei bei einander weilen, ihre dunklen Augen

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