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Ost und West · 1907-04-01 · Heft 4 (April 1907) · p. Seite 289 - 290

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 4 (April 1907)
Article
Großpräsident Justizrat Dr. Timendorfer [Illustration]
Date
1907-04-01
Page
Seite 289 - 290 (sequence 1)
Language
German
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I IF.RMANN STRUCK OELGKMAKLDF.. Grosspräsident Justizrat Dr. Timendorfer. PAULA LF.VI -OELOEMAEFDF. Grosspräsident Julius FeucheL HERMANN STRUCK OELGEMAELDE. Grosspräsident Sanitätsrat Dr. Maretzki. JUBILAEUMSFEIER DER LOGEN Am 17. März haben die Grosslogen für Deutschland und die Deutsche Reichs-Loge das Fest ihres 25jährigen Bestehens gefeiert. Die Deutsche Conferenz-Gemeinschaft der Alliance Israelite Universelle hat an dem Jubiläum der beiden würdigen und hochverdienten Logen den herzlichsten Anteil genommen und durch eine von Herrn Rabbiner Dr. Weisse geführte Deputation die innigen Glückwünsche der Alliance Israelite Universelle zum Ausdruck bringen lassen. Unter dem 19. März er. hat die Grossloge an die Deutsche Conferenz-Gemeinschaft der Alliance Israelite Universelle nachstehendes Schreiben gerichtet: „Sehr geehrte Herren! Es ist uns eine angenehme Pflicht, Ihnen herzlichst zu danken für die Entsendung Ihrer werten Vertreter zu unserer Jubiläumsfeier am 17. d. M. und zu versichern, dass diese Ihre Entsendung von uns als eine besondere Aus- Nachdruck verboten. Zeichnung angesehen wird. Wenn der Verlauf der Feier ein so würdiger gewesen, und auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck gemacht ha r, so hat hierzu Ihre Vertretung sehr wesentlich beigetragen, denn hierdurch ist so recht zum Ausdruck gekommen, wie unsere Ziele auch von Ihnen gewürdigt und anerkannt werden. Wir werden es zu allen Zeiten als unsere Aufgabe erachten, soweit unsere Kräfte reichen, auch Ihre Bestrebungen zu fördern, und wir werden uns aufrichtig freuen, wenn wir in die Lage kommen werden, diese unsere Versicherung zu betätigen. Mit vorzüglicher Hochachtung Grossloge für Deutschland VIII U. O. B. K. gez. Timendorfer, D. Wolft', Präsident. Sekretär." Auch die Reichsloge hat in ähnlicher Weise ihrem Dank Ausdruck gegeben. BEZIRKS- RABBINER DR. SALVEN DI - DUERKHEIM. Grösser als der Geber selbst ist, wer zum Geben veranlasst. — Sagt dieses hebräische Sprichwort die Wahrheit, so darf Dr. Salvendi für sich in Anspruch nehmen, vor allen Philanthropen genannt zu werden. Denn unzählige Hände hat er geöffnet, dass sie dem Bedürftigen Gaben darreichten. Wie mit einem Zauberstab berührte er die Herzen, und sie taten sich weit auf in lebendigem Mitgefühl, und das Mitgefühl setzte sich in lebendige Hilfsbereitschaft um. Kleine Gaben und grosse flössen durch ihn zusammen und "bildeten einen starken Strom des Wohltuns, der werktätigen Bruderliebe. Dabei sass er nicht an einem der mächtigen Centren des Verkehrs, wo die Menge der Menschen und die Tülle des Reichtums beieinander wohnen, Nein, abseits von der vielbewanderten Heerstrasse, im stillen pfälzischen Dürkheim hatte er sein < * elehr tenheim au fgeschl age n. Die Menschen kamen nicht zu ihm — er musste zu den Menschen geken, Dr, Salvendt^Dürkheim Nachdruck verboten. persönlich und brieflich sie mahnen, als ein Apostel der Mildtätigkeit sie an ihre Wohltunspfiirht erinnern und dem erwachenden Willen zur Hilfe die rechten Wege weisen. Sein unermüdliches Mühen war nicht vergeblich. Als er vor jetzt mehr denn vierzig Jahren nach Dürkheim kam, unifasste sein Bezirksrabbinat 86 Gemeinden, eine stattliche Zahl. Doch diese tfti Gemeinden zusammen sind klein im Vergleich zu der Riesengemeinde der Wohltäter, die er in allen Teilen des Deutschen "Reiches und über dessen Grenzen hinaus herangezogen, zur Hilfswilligkeit erzogen, zu einer Armee von Kämpfern gegen jede Art von Not geworben, gewonnen und unter seine Fahne gewöhnt hat. Die Pflege der Wohltätigkeit war sein Lebenswerk, die Aufgabe, der er sich mit eisernem Pleiss widmete, der er mit unvergleichlicher Hingebung oblag. Tn den Dienst dieses Lebenswerkes stellte er ein ungewöhnliches organisatorisches Talent. Mit tadelloser

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