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Ost und West · 1907-03-01 · Heft 3 (März 1907) · p. Seite 215 - 216

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Journal
Ost und West
Volume
7 (1907)
Issue
Heft 3 (März 1907)
Article
Berlin [Nachricht]
Date
1907-03-01
Page
Seite 215 - 216 (sequence 2)
Language
German
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215 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle. 216 Glückwünsche zugleich mit unserem Dank lür die menschenfreundliche türsorgende Teilnahme, die Sie unseren notleidenden bedrängten Schutzbefohlenen zuzuwenden nie aufgehört haben. Das Präsidium der Deutschen Conferenz- (iemeinschaft der Alliance Israelite Universelle. Goldberger. Hallgarten. Mannheim. Die Anhängerschaft der A. I. U. im Grossherzogtum Baden mehit sich von Tag zu Tag In hohem Masse machen sich hierbei verdient die Herren: Max Wimpfheimer in Karlsruhe, Dr. jur. Günzburger in Olfenbach, Rieh. Schlössingar in Heidelberg, Gabr. Bloch in Eichstetten, Rabbiner Dr. Löwenstein in Mosbach a. N., Jonas Biedermann in Garlingen, Bezirksältester Jos. Nordmann in Börrach, Jul. Kaufmann in Badenberg, Alfred Burger in Freiburg i. B. Alle für das Berliner Lokal-Comite der A- L U. und für das Deutsche Bureau der A. I. U. bestimmten Geldsendungen beliebe man an den Schatzmeister Herrn Benno Braun in Firma Joelsohn & Brünn, Berlin C. 19, Hausvoigteiplatz 12 zu adressieren, eventuell durch Reichsbank-Girokonto der Firma Joelsohn & Brünn zu überweisen. Noch liegt Feld und Flur, Berg und Tal mit Schnee bedeckt, man zieht es immer noch vor, sich im trauten wohldurchwärmten Zimmer aufzuhalten, statt sich den eisig kalten Nordwind ins Gesicht peitschen zu lassen und doch werden die jüdischen Geister durch eine kurze Kalendernotiz an die Vorboten des sich langsam nahenden Lenzes gemahnt. ,,Chamischo-ossor-bischwat" lautet diese einfache Kalenderbemerkung. Die Natur hat ihr erstes Werk zur Erneuerung des Erdbodens vollbracht Die Bäume beginnen neue Säfte in sich aufzunehmen. — Langsam, fast unmerklich beginnt die Natur ihr Winterkleid von sich zu schütteln. Die Nächte werden kürzer und die Tage länger und kaum haben wir uns vorgesehen, steht die Purinizeit vor unseren Türen. — „Purim", dies zweisilbige, jedoch für die jüdische Geschichte so vielbedeutende Wort, welch herrlich schöne Jugenderinnerungen zaubert es mir vor mein geistiges Auge! Ich sehe mich am frühen Morgen an der Hand meines lieben Vaters aus der Synagoge — wo die Megilla vorgelesen wurde — nach Hause gekommen, nehme in aller Eile meinen Morgenimbiss zu mir, um ja nur das Zusammenstellen des „Schlaeh-monauss" nicht zu versäumen. Mit welch wichtiger Umsicht wurde da das verschiedene Gebäck auf die dazu bestimmten Teller gelegt; es hiess da auffassen, um ein Vermischen der milchigen und fleischigen Backwaren zu vermeiden. Unwillkürlich muss ich zwischen der, ich möchte sagen, «Schwerfälligkeit" der damaligen Zeit und dem sich heute auch in dieser Beziehung zeigenden Fortschritt, eine Parallele ziehen. Wollte man früher ein schmackhaftes Gebäck bereiten, hiess es entweder mit Butter, also milchig, oder mit animalischen Fetten — dann fleischig — backen. Wie anders und bequemer hat es heute die jüdische Küche, zumal seitdem es der Sana-Gesellschaft m. b. H., Cleve nach vielen Versuchen gelungen ist, „Tomor» zu fabrizieren, das sich in so kurzer Zeit einen Weltruf eroberte. Dieses „Tomor" ist, was ja auch schon der Name „Tomor« (Palma) sag't, ein aus dem Fette der Kokosnuss hergestelltes Produkt, welches der Naturbutter sowohl in Bezug auf Geschmack, Aussehen und Aroma vollkommen ebenbürtig ist, dabei den unschätzbaren Vorteil hat, dass es sowohl für Milchals auch für Fleischspeisen verwendet werden darf und wird dieses „Tomor« unter ständiger Aufsicht und Leitung eines von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. B. Wolf in Köln angestellten streng religiösen Beamten hergestellt. — (lieber das Nähere, Toinor bei reffend, gestatte ich mir auf das in der heutigen Nummer veröffentlichte Inserat hinzuweisen.) Möge sich selbst der strengste Jehudi mit ruhigem Gewissen das mit Tomor bereitete Gebäck, speziell die unentbehrlichen „Hamans" sowohl bei milchigen als auch bei fleischigen Mahlzeiten recht gut munden lassen. Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G. (Alte Stuttgarter). Die neuen Anträge auf Todesfallversicherungen sind im Jahre 1906 wieder um mehr als 3 Millionen Mk. gegen das Vorjahr gestiegen. Es wurden eingereicht: 9883 Anträge über Mk. 68,124,300 Versicherungssumme (gegen 9382 Anträge über Mk. 65,072,500 im Jahre 1905). Neu abgeschlossen wurden 7676 Versicherungen über Mk. 53,613,625 Kapital (gegen 7538 Versicherungen über Mk. 53,165,580 im Vorjahr). Nach Abzug der durch Tod, Ablauf und Verfall ausgeschiedenen Versicherungen verblieb ein Reinzuwachs von 4784 Policen mit Mk. 34,802,980 Versicherungssumme (im Vorjahr: 4642 Policen mit Mk. 34,992,455). Der vorzeitige Abgang durch Kündigung und Verfall betrug 0,81 °/0 der im Jahre 1906 auf den Todesfall versichert gewesenen Summen. Der Abgang durch Tod ist wiederum hinter dem des Vorjahres zurückgeblieben: es wurden nur Mk. 8,075,796 fällig gegen Mk. 8,249,070 im Vorjahr; die aussergewöhnlich niedrige Sterblichkeit des Jahres 1905 ist also im Berichtsjahre noch übertroffen, was für den Ausfall des Jahresüberschusses von sehr günstigem Einflüsse sein wird. — Einschliesslich des noch vorhandenen Bestands an Aussteuerversicherungen, die die Bank seit 1904 nicht mehr abschliesst, war Ende 1906 ein Gesamtversicherungsbestand von 125,990 Policen mit Mk. 780,683,206 Versicherungssumme vorhanden. Das erste Nlarstelegramm. Vor kurzem ging die Nachricht durch die Zeitungen, dass auf einer atlantischen Station für drahtlose Telegraphie jede Nacht um dieselbe Zeit ein geheimnisvolles Signal eintreffe in Form eines ,,S". Man vermutete einen Verständigungsversuch der Marsbewohner. Die Vermutung hat sicri jetzt bestätigt. Das erste Marstelegramm ist eingetroffen und entziffert worden. Es besteht aus 2 Worten und lautet ,,Salem Aleikurn". (Anmerkung. Die Marsbewohner scheinen demnach auch Freunde einer guten Zigarette zu sein.) Ein rosig zarter, reiner Teint: Die menschliche Gesichtshaut besteht bekanntlich aus kleinen Zellen, die in den unteren Schichten weich und durchsichtig sind, oben aber abblätttern, nachdem sie zu Schuppen eingetrocknet sind. Sobald dieser Vorgang merklich wird, erscheint die Oberfläche hart, schwielig, verliert ihre Durchsichtigkeit, es ergeben sich jene Erscheinungen, die man gemeinhin einen schlechten, unreinen Teint nennt. Tritt gar eine Verstopfung der Talgdrüsen hinzu, so führt die Reizung zur Bildung von Pusteln, Knötchen, Finnen, Mitessern. Diesem Uebel wirkt aliein die von der Firma Bergmann & Comp, in Radebeul-Dresden hergestellte Steckenpferd-Lilienmilch-Seife (Schutzmarke: Steckenpferd) entgegen. Die Seife ist von völlig neutraler Beschaffenheit, und der Zasatz von Borax bewirkt eine schnelle und beinahe unmerkliche Abstossung der unreinen Oberhaut und erweist sich somit bei einer dauernden Anwendung als unbedingt zuverlässiges Mittel zur Erhaltung eines rosigen, zarten und reinen Teints. Die Steckenpferd-ülienmilch-Seife ist in den meisten Apotheken, Drogerien und Parfümerien ä Stück 50 Pfg. zu haben. Irmraknannabitic nur durch fiaasctmcin $ Uogler B. 6. in Berlin und deren Filialen. Abonnementspreis für das Jahr in Deutschland und Oesterreich Mark 7,— (Luxusausgabe Mark 14,—), für das Ausland Mark 8—, (Luxusausgabe Mark 16). für Russland ganzjährlich 4 Rubel. Einzelhefte ä 35 Kop. ___ Zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes, durch alle Postämter des Deutschen _._ -"—-■—— Reiches unter No. 5785 a der Postzeitungsliste und durch die Expedition dieser Zeitschrift. -'---"—- Anzeigen Mk. die viergespaltene Nonpareillezelle, grössere Anzeigen nach Tarif, bei Wiederholungen Rabatt. Adresse für die geschäftliche Korrespondenz: Verlag „Ost und West", Berlin W. 8, Leipzigerstr. 31-32. Redaktion: Berlin NW. 23, Altonaerstr. 36. Verantwortlicher Redakteur: Leo Winz, Berlin, Altonaerstr. 36. - Verlag Ost und West, Berlin W. 8. Druck von Haasenstein & Vogler A. G., Berlin S. 42, Wasserthorstr. 50.

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