Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 7 (1907)
- Issue
- Heft 3 (März 1907)
- Article
- Rabbiner Dr. Frank
- Date
- 1907-03-01
- Page
- Seite 213 - 214 (sequence 2)
- Language
- German
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213 Mitteilungen der Alliance Israelite Universelle: Rabbiner Dr. Frank-Cöln. 214 Menschenalter vorzüglich bemüht, den Frieden unter den Konfessionen zu erhalten Sein vortreffliches Einvernehmen mit den katholischen Kirchenbehörden — bis hinauf zu dem Kardinal-Erzbischof Fischer — kam ihm hierbei zu Hüte. Tatsächlich hat sich in der Cölner Diözese der Antisemitismus nur sporadisch gezeigt. Ein Teil des Verdienstes hieran gebührt Herrn Dr. Frank, seiner Klugheit und seinem Takt. Mit welchem Eifer Dr. Frank die Weckuug religiösen Lebens sich angelegen sein Hess, zeigt; schon der äussere Umstand, dass er während seines rabbinischen Wirkens 24 Synagogen — zumeist in Eheinland und Westfalen — einweihte. Dass er allen jüdischen Wohltätigkeitsanstalten in Cöln als Vorstandsmitglied angehört, ist selbstverständlich. Auch sitzt er im Kuratorium des „Israelitischen Asyls für Kranke und Altersschwache % ist Mitbegründer des „Cölner Vereins für entlassene Strafgefangene" und versieht die Funktionen als Strafanstaltsgeistlicher. Das jüdische Waisenhaus in Cöln, dessen Statuten die behördliche gung gefunden haben, ist ganz und Rabbiner Dr. Frank-Cöln. Genehmigar sein Werk, das Ergebnis langjähriger, mühevoller Arbeit. Dem gemeinjüdischen Interesse gehörte seine fördernde Teilnahme auf jedem Gebiet. Er ist zweiter Vorsitzender des „Verbandes der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur, Vorsitzender und Ehrenmitglied des Cölner Literaturvereines, Ehrenmitglied des Vereins der Lehrer Bheinlands und Westfalens, für dessen Pensions - kasse er in den letzten 7 Jahren grosse Summen gesammelt hat. Gelehrte Abhandlungen hat er in der Frankeischen Monatsschrift veröffentlicht. Ein freundlicher Zufall fügte es, dass Herrn Dr. Frank gerade am 29. Januar 1907, an welchem Tage er genau 31 Jahre rabbinischer Tätigkeit in Cöln geübt hatte, von dem Vertreter der Regierung der Rote Adlerorden IV. Klasse überreicht wurde „als Anerkennung für patriotisches Wirken und stets betätigte Vaterlandsliebe, für Ausübung der Seelsorge und das stete Bemühen, Verträglichkeit und Harmonie unter den verschiedenen Kontessionen zu fördern." Dr. Frank gehört dem Vorstand der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft an, zu dessen werktätigsten Mitgliedern wir ihn mit aufrichtigster Genugtuung zählen. Neue immerwährende Mitglieder: Berlin: Kommerzienrat J. Dannenbaum, Direktor der Preussischen Pfandbriefbank, Vossstrasse 1 und Herr Louis M. Bamberger, Berlin, Königin Augustastr. 40. Berlin. Auf die Glückwünsche zu dem 50 jährigen Amtsjubiläum des verdienstvollen Mitgliedes und Vertreters der A. I. U. in Görlitz Herrn Rabbiner Dr. Freund ist der Deutschen Conferenz - Gemeinschaft nachstehendes Sehreiben zugegangen: „Görlitz, 24. Januar 1907. Vielen herzlichen Dank für Ihre Glückwünsche zu meinem 50 jährigen Amtsjubiläum und die mich hochehrenden Worte, mit denen Sie dieselben begleitet haben. ünter den vielen mich nur zu sehr ehrenden Anerkennungen, die mir an dem Tage wurden, haben mir ihre Worte besonders wohlgetan. Sie haben mich darin erinnert, dass ich schon vor mehr als 30 Jahren es mit Freuden erfasst habe, mich in den Dienst einer so segensreichen Tätigkeit zu stellen, wie sie die Alliance weit über die Grenzen unseres Vaterlandes, ja unseres Erdteils übt. Möge Ihrem so segensreichen Wirken zur Ehre unseres Judentums, zum Heile von Tausenden unserer Glaubensbrüder Gottes Segen und der Erfolg, der Ihnen der schönste Dank sein wird, nimmer fehlen. Mir wird es eine Ehre sein, in dem Dienst einer von Ihnen so wirksam vertretenen Sache zu stehen. Achtungsvoll und ergehenst Pabb. Dr. Freund." Berlin. Die Vorsitzenden der Deutschen Conferenz- Gemeinschaft haben am 28. Januar an Herrn Bezirksrabbiner Salvendi nachstehendes Schreiben gerichtet: „Hochgeehrter Herr Bezirksrabbiner! Wir kommen als verspätete Gratulanten — aber nicht durch unsere Schuld. Ihre Bescheidenheit ist es, die unsere Säumnis veranlasst hat. Erst aus einem Zeitungsinserat haben wir, und auch das nur zufallsweise, erfahren, dass am 18. Januar Ihr 70. Geburtstag war. Wir bitten Sie, unsere herzlichsten Glückwünsche entgegenzunehmen und bei diesem Anlass den Ausdruck unserer freudigsten Anerkennung für die Dienste, die Sie der Alliance 1 sraelite Universelle seit langen Jahren erwiesen haben. Sei Ihnen fröhliches, gesundes, rüstiges Alter bis zu der Zahl der Patriarchenjahre beschieden! Ihre aufrichtig und verehrungsvoll ergebenen Die Vorsitzenden gez. Golfiberger. Hallgarten/ Berlin. Der „Norddeutsche Lloyd", der in dankenswertester Weise für die jüdischen Auswanderer in Bremen und anderwärts Fürsorge-Einrichtungen, in der Hauptsache auf Veranlassung und Anweisung des Generaldirektors Wiegand, getroffen hat, feierte am 20. Februar das fünfzigjährige Jubiläum seines Bestehens. Das Präsidium der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft hat aus diesem Anlass am genannten Tage an Herr^ Generaldirektor Wiegand in Bremen nachstehendes Glückwunschtelegramm gerichtet: Zu dem Jubiläum des Norddeutsehen Lloyd, das zu einem Festtag Deutschen Unternehmungsgeistes nicht zum wenigsten durch Ihren Weitblick und Ihre organisatorische Grosszügigkeit geworden, bringen wir Ihnen die herzlichsten