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Ost und West · 1903-12-01 · Heft 12 (Dezember 1903) · p. Seite 849 - 850

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Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 12 (Dezember 1903)
Article
Grabfigur Mrs. Andrew D. White [Illustration]
Date
1903-12-01
Page
Seite 849 - 850 (sequence 1)
Language
German
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849 850 STERBLICHKEIT UND KRANKHEIT BEI JUDEN UND NICHTJUDEN. Von Dr. Hugo Hoppe, Nervenarzt in Königsberg. IV.*) (Schluss.) Nachdruck -verboten. Welche Nutzanwendungen haben nun die Juden aus den Ergebnissen der Wissenschaft, die ich hier zusammengestellt habe, zu ziehen? Um zunächst an die letzten Betrachtungen anzuknüpfen, was können die Juden tun, um sich von dem Fluche zu befreien, welcher in ihrer starken Veranlagung zu nervösen und degenerativen Störungen liegt? Die traurigen äusseren Verhältnisse, welche, wie gesagt, die Veranlagung erzeugt haben, haben sich ja wenigstens in Westeuropa zum Teil gebessert; für die Millionen östlicher Juden aber, die unter den entsetzlichsten Verhältnissen zu leben gezwungen sind, deren Besserung in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist, bleibt nach menschlichem Ermessen nichts weiter übrig, als die Auswanderung in eine Heimstätte, wo sie frei von Anfeindungen, Bedrückungen und Verfolgungen ungestört arbeiten und leben und ruhig ihr Haupt niederlegen können. Während die Juden aber vorläufig gegen die Gewalt der äusseren Verhältnisse nicht viel tun können, sind sie gegen die übrigen schädigenden Einflüsse anzukämpfen aus eigner Macht imstande. Dem fieberhaften Arbeiten und Erwerben, dem nervenzerrüttenden Hasten und Streben nach Reichtum, das besonders in den Grossstädten die Gemüter so zahlreicher Juden beherrscht, rnuss Einhalt getan werden. Wenn auch Reichtum Macht bedeutet und Einfluss gewährt, so ist doch zu bedenken, dass Reichtum nicht glücklich macht und dass es wertvollere Güter im Leben giebt, wozu vor allem ein gesunder Körper und ein gesundes Nervensystem gehört. Bei den Schädigungen, welche das Stadtleben, besonders das Leben in den übervölkerten Grossstädten und die vorzugsweise das Gehirn in Anspruch nehmenden Berufe auf die Dauer dem Nervensystem zufügen, scheint der Ruf: „Hinaus aufs Land!" für die Juden durchaus angebracht. Betrieb von Gärtnerei und von Landwirtschaft, Berufe, welche die Juden, wenigstens in Deutschland, noch so gut wie garnicht ergreifen, können im Interesse der Nervenhygiene nur dringend *) Siehe Ost und West Heft 11.

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