Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 3 (1903)
- Issue
- Heft 11 (November 1903)
- Article
- Aus dem Cyklus "Ruth"
- Date
- 1903-11-01
- Page
- Seite 751 - 752 (sequence 1)
- Language
- German
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75! 752 Hus dem Cyklus „Ruth."*) Von Siegmund lütmcr. Grntefeiei\ I. öcbmtterlied«. ftecUd! ncdad! Vorüber ist die JYIabd, ßcdad, fiedadl Die Hrbett früh und spat. ]^un t6t die fruebt geborgen, <Oas sollen wir noch eorgen. ftedad, fiedadi Vorüber ist die J^Iabd* F)edad, ßedad! Und gibt es neue Saat, ßedad, f)edad! 80 weiss icb guten Rat. 3Cttr pflanzen schöne JVlädcben ein, Reil Wird das eine 6mte sein! Ftedad, f>edad! Das ist mein guter Rat. II- Lud der Schnitterin* Wecket die Liebe nicht, Cöcbter xn 3fudal Duften die Blumen Berauschend zur JNTacbt, Cöcbter in 3fuda, Dass sie erwacht, Wecket die Hiebe nicht, Wecket sie nicht» *) Ruth und ander« Gedichte von Sicgmuad Wernet. Erscheint mitte novertiber und Wecket die Liebe nicht, Cöcbter in Judal Süss ist ihr Schlaf, Berückend ihr Oaumen. Ocbter in Juda, Lasset sie säumen! Wecket die Liebe nicht, Wecket sie nicht. Wecket die Liebe nicht, Cöcbter in ^uda! Schmeichelt des Jodides Silberner Schimmer, Cöcbter in ^uda, Wecket sie nimmer I Wecket die Liebe nicht, Wecket sie nicht. ist dttreb die Administration der Welt zu bezieben. BERUEHMTE JUEDISCHE WELTREISENDE. Von Dr. Adolf Kohut. II.*) Auf der Armada, welche unter Columbias' Führung am 3. August 1492 einer neuen Welt zusteuerte, befanden sich auch Männer jüdischen Stammes. So z. B. Luis de Torres, der eine Stelle bei dem Gouverneur von Murcia bekleidete, dessen sich der Admiral als Dolmetscher bediente, da er hebräisch, -chaldäisch und etwas arabisch verstand, ferner Rodigro Sanchez aus Segovia, der auf Wunsch der Königin Isabella, die erste Fahrt mitmachte, der Schiffsarzt Bemal und der Wundarzt Marco. Ja, wenn die Chronisten Recht haben, soll auch derjenige auf der Armada des Columbus, der zum erstenmale das Land erbtickte, ein Jude gewesen sei. Der schon genannte Luis de Torres war der erste, der den Gebrauch der Zigarre entdeckte. Angeregt durch die grossen Entdeckungen seiner Zeitgenossen behandelte R. Abraham ben Mardochai Farissol die Seefahrten der Portugiesen und die Entdeckungen des Seeweges nach Indien, sowie diejenigen Amerikas und die Lage des Paradieses in dem Buche „Iggeret Orchoth Ctiaim" (Briefe der Wege des Lebens), zuerst gedruckt in Venedig 1587. Seinen Berichten über den Seeweg nach Indien sei das Nachstehende entnommen : „Das arabische Meer fliesst zwischen dem Festlande und dem Wüstenwege zum Berge Sinai, gegenüber dem Gebiete Aegyptens. Von hier an, von dieser Landzunge am Eingange zum Schilf - Meere bis zum gegenüber liegendem Festlande, von da an, wo der Golf in das Land eindringt, gehört alles zu Asien und Indien! Dort liegen die Gebiete Lamica und darüber hinter Lamica sind im Lande die grossen lybischen Wüsten, durch welche man zu dei Wüste Chaibar kommt, wo die vielen Juden und ihr Reich ist. Das Land Israel liegt über allen diesen und steigt nördlicher hinaus, als sie alle, bis zum Meere der Philister, welches das Cyrenäische und Mittelländische Meer heisst. Dann kommen wir zu dem Punkte zurück, von weichein wir über das dem Gebiete von Lamica gegenüber liegende Vorgebirge gesprochen haben, um über das indische Meer nach Kalekut zu gehen. Von diesem Vorgebirge, das nahe dabei ist, wo der Einschnitt des persischen Meerbusens in das Festland beginnt, ist eine Reise von 43^Tagen nach Kalekut. Dort findet *) Siehe „Ost und Westtt Heft 9.