Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 3 (1903)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1903)
- Article
- Das Gebiet des projektierten Judenstaates in Ostafrika
- Date
- 1903-10-01
- Page
- Seite 681 - 682 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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682 N. E. OMGINALAUFNAHME. Km. von Mombasa. ca. 1677 Mtr über dem Meeresspiegel. (Voraassichtlicher Ausgangspunkt der Zionistischen Expedition.) Durch das den Zionisten von der englischen Regierung in bezug auf Ostafrika gemachte Anerbieten, welches der OefTentlichkeit auf dem letzten Baseler Kongress bekannt gegeben wurde, rückt British-Ostafrika plötzlich in den Vordergrund des Interesses. Wir glauben daher den allgemein vorhandenen Wünschen, Näheres und Authentisches über dieses wenig bekannte Land zu erfahren, durch die Veröffentlichung folgenden Artikels zu entsprechen. Der Verfasser desselben, der Afrikareisende Herr Kurt Toppen, welcher 18 Jahre in Ostafrika lebte, gehört zu den hervorragendsten Kennern dieses. Landes. Soweit der knapp bemessene Raum es gestattete, hat derselbe seine dort gesammelten reichen Erfahrungen in diesem Aufsatz zusammengefasst. Zur Erläuterung und besseren Orientierung sind diesem Artikel Spezialkarten des betreffenden Landes beigegeben. Das für die Gründung eines Judenstaates in Betracht kommende Gebiet liegt innerhalb der beiden auf der Hauptkarke eingezeichneten Pfeile. Die auf den Karten verzeichneten Maasse sind englisch. Von den 7 hier veröffentlichten Abbildungen aus Ostafrika sind 5 Reproduktionen nach an Ort und Stelle gemachten photographischen Aufnahmen, zwei Reproduktionen nach einem Oelgemälde und einem Aquarell von W. Kuhnert*). Redaktion von „Ost und West". LÄNGS DER UGANDABAHN. DAS GEBIET DES PROJEKTIERTEN JUDENSTAATES IN OSTAFRIKA. Von Kurt Toeppen, z Z. Berlin. XT . , . , , i Nachdruck verboten. Seit etwa zwei Jahrzehnten steht Ostafrika mit im Vordergrunde kolonialer Interessen, in diesen Tagen umsomehr, als bekanntlich der englische Kolonial-Minister Mr. Chamberlain den Zionisten das Angebot gemacht hat, ihnen das ostafrikanische Hochplateau für ihre Bestrebungen der Gründung eines selbständigen Staates mit autonomer Regierung zur Verfügung zu stellen. Anfang der achtziger Jahre befanden sich Europäer eigentlich nur auf der Insel Zanzibar. An der Küste und im Innern waren nur einzelne Missiocisstationen. Der Handel, die Landwirtschaft, die Verwaltung lag in Händen der Eingeborenen. Als Dr. Carl Peters im Jahre 1884 seinen Zug nach Usagara unternahm und ich zur Hilfe seiner Expedition im Januar 1885 sogar bis nachMpwarnpwa reiste, waren das Ereignisse erster Ordnung für die wenigen Europäer in Zanzibar. Nun ging es aber Schritt für Schritt weiter und die Zahl wirklicher, halber und imitierter Afrikareisender ist Legion. *) Die beiden nach den Kuhnert'schen Werken reproduzierten Landschaften sind dem prachtvoll ausgestatteten Buche „Mit Em in Pascha ins Herz von Afrika" von Franz Stuhlmann (Verlag von Dietrich Reimer, Berlin 1894) mit gütiger Erlaubnis des Verlages entnommen.