Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 3 (1903)
- Issue
- Heft 4 (April 1903)
- Article
- Die Auswanderer [Illustration]
- Date
- 1903-04-01
- Page
- Seite 245 - 246 (sequence 1)
- Language
- German
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245 246 K** %::■?/; GESKEL SALOMAN. DIE AUSWANDERER. GESKEL SALOMAN, ein schwedisch-jüdischer Maler und Archäolog. Sein Leben und seine Werke." MUSEUM GOTENBURG. Von Dr. Ado Am 5. Juli 1902 starb in Stockholm in seinem 81. Lebensjahre einer der gefeiertsten Maler und Altertumsforscher seines Adoptiv-Vaterlandes Schweden und zugleich einer der originellsten Künstler und Menschen unserer Zeit, dessen Name zwar schon seit einem halben Jahrhundert in Skandinavien gefeiert wurde, der aber bei uns nicht so bekannt war, als er es wohl verdient hätte. Speziell für die Leser dieser Zeitschrift hat Geskel Saloman noch eine doppelte Bedeutung, denn nicht allein gehörte er dem israelitischen Stamme an, dem er bis an sein Ende treu blieb, ja, dem er stets mit pietätvoLler Liebe und Verehrung anhing, sondern er hat auch einzelne wundervolle Gemälde geschaffen, welche prächtige und ergreifende Motive aus dem Familienleben des israelitischen Volkes darstellen. Er war der skandinavische Oppenheim, der, mit einem eigenartigen Verständnis für die Volksseele begabt und die Vorgänge des Gemütslebens wie kaum ein zweiter kennend, einzelne Szenen daraus mit vollendeter Meisterschaft wiederzugeben wusste. Wie seine Genrebilder, so zeichnen sich auch seine Porträts durch frische und korrekte Zeichnung, lph Kohut. Nachdruck verboten. das scharfe Auge des Meisters für das Realistische und namentlich gemütvolle Auffassung aus. Seine Gemälde wie: „Nachrichten aus der Krim" — im Museum zu Gotenburg —, „Der Auswanderer auf dem Wege nach Gotenburg", „Junges Mädchen mit Brief", „Schwedische Weberin mit ihrem Kinde", „Die Bouquetbinderin" — sämtlich im Museum zu Stockholm —, „Marks Stigs Tochter" — in der Nationalgallerie zu Kopenhagen — etc. sind durch zahlreiche Vervielfältigungen seit Jahrzehnten bekannt; aber auch seine herrlich schönen und andachtsvollen Gemälde mit altjüdischem Motiv, wie z. B. „Die Einweihung der Sabbatlichte" (Lichterbenschen), haben seinen Namen mit goldenen Lettern nicht allein in den Büchern der Kunstgeschichte, sondern auch in den Herzen seiner Stammesgenossen eingeprägt. Alle seine Schöpfungen haben dazu beigetragen, die nationale Kunst zu heben, und zwar nicht allein durch das in ihnen zu Tage getretene begeisterte und begeisternde Wirken des Meisters, sondern auch durch dessen nie ermattende Hingebung an die Ideale der Kunst. Sein ganzes langes Leben stand