Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 3 (1903)
- Issue
- Heft 3 (März 1903)
- Article
- Zion und Babel [Illustration]
- Date
- 1903-03-01
- Page
- Seite 153 - 154 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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153 154 EDUARD BENDEMANN: jrr "p? *W "UV (Jesaja 52, 1) JfMACHE DICH AUF, MACHE DICH AUF ZION. ZION UND BABEL. (Jesaja 47, i) htt m nfnna isy ^3? m HINUNTER IN DEN STAUB DU TOCHTER BABEL;. BIBEL UND BABEL Von Prof. Dr. Julius Oppert [Paris].*) Innerer Wert, Neuheit des Stoffes, Schönheit des Stils, zwingende Logik der Schlussfolgerungen, Gewissenhaftigkeit in der Darstellung der Thatsachen bedingen nicht immer den Erfolg eines Schriftwerkes. Auch ohne diese Eigenschaften kann ein Buch oder ein Büchlein sich Bahn brechen; gesellt sich zu einem kurzen, dunklen Titel noch der unterwürfige Snobismus des Publikums, so können ungeschickte und ungerechte Angriffe dem Verfasser zu einer augenblicklichen wohlfeilen Berühmtheit verhelfen. Der Autor eines ausgezeich- *) „Um ein unbefangenes Urteil über den unter so ungewöhnlichen Umständen gehaltenen Vortrag von Prof. Delitzsch zn gewinnen", hat sich das Wiener Tageblatt „Die Zeit" „an den in Paris lebenden Altmeister der Assyriologie, Julius Oppert, gewendet, der mit den Engländern Rawlinson und Hincks das Verdienst teilt, die assyrischen Keilinschriften entziffert und den Charakter der zwei Hauptsprachen, in denen sie abgefasst sind, festgestellt zu haben. Es wird gewiss allgemein interessieren, wie sich die Ausführungen von Prof Delitzsch gegen die „Offenbarungen" der Bibel im Lichte der Wissenschaft darstellen, und trotz mancher polemischen Schärfe wird man neten assyrischen Lexikons hat sich bei seinen Fachgenossen ein bleibendes Verdienst erworben, ein grösseres wahrlich, als er durch seinen populären Vortrag, „Babel und Bibel" betitelt, erstrebt und erreicht hat. Gewisse äussere Umstände, unter denen der Vortrag abgehalten wurde, machten grossen Eindruck bei dem Publikum, aber auch dies hätte die Aktualität, um mich eines journalistischen Ausdruckes zu bedienen, nicht hervorgerufen, wenn nicht die an sich unschädliche Schrift als eine Gefahr für die Religion und namentlich für die Geistlichkeit betrachtet worden wäre. So sicherlich die Meinung des greisen, aber jugendlich frischen Gelehrten mit Interesse hören." Dieser Anmerkung der Redaktion der „Zeit" — die uns den Abdruck der Studie gütigst gestattet hat — fügen wir noch hinzu, dass Professor Oppert, einer Anregung der Redaktion von „Ost und West" in liebenswürdiger Weise Folge gebend, die Gelegenheit benutzte, deu Artikel durch zahlreiche Zusätze zu ergänzen, sodass wir ihn in bedeutend erweiterter Form unsern Lesern vorlegen können. (Anm. d. Red. von „Ost u. West".)