Mannheim
Compact Memory

Ost und West · 1903-01-01 · Heft 2 (Januar 1903) · p. Seite 85 - 86

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
3 (1903)
Issue
Heft 2 (Januar 1903)
Article
Flamingoschaaren am Nil [Illustration]
Date
1903-01-01
Page
Seite 85 - 86 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
illustration document
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2583875-2583904-2583907-2586700--02519-2586772
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

85 8G i:f?)> r-*^ V-;*#v> .;• •vj.vüv; v^SB5 : . >, '„ ";; 'Vl^a >'.v- - - v&*-äc 3 .^'^S^^lPw'S SB Vj*^^B m^^kJKa^ -«^ ~- -?^s,^-,' y*' l*; r "■ ' "- :"• ^■^H i * ~r : v . . -vt,. ,-. 4- < , < ' ' . ^♦#^yV-lr5'--i' k x •■ ■ . ■ . "■ ■ w „i\* _y - (/1 r-' " '' / 1 '" v ".'v,: > tt » ■Bf K B . -r'1 jB fl^A 1;;:v J5,V:^4- S0fcrv*J' c - S^jv' , -* Jk g^^!X< fctey^fcf" l^H »BSlt . v »flBg.'M ■■' IhkI^HhIH »■ fix^, HhH9'1HUB |! VV^-^fT-'^"^ * ■ > ,* .."v- / V ^v» - i Üfe .:>*/; WILHELM GENTZ.?^ ISMAEL GENTZ. ^sd Von Nathanjah Sahuwi, FLAMINGOSCHAAREN AM NIL. Viele halten ihn für einen Juden, weil er Ismael mit dem Vornamen heisst und weil er mit Vorliebe Judentypen und Judenbrauch wiedergiebt. Naive Gemüter! Eine sicher beglaubigte Ahnenreihe bis zu den Raubrittern des 10. Jahrhunderts würde bei einem deutschen Maler weniger beweisend sein für seine nichtjüdische Abstammung als die künstlerische Vorliebe für jüdische Sujets . . . Ismael Gentz ist ein rechter deutscher Malersmann, dessen Mutter einem alten adligen Geschlecht entstammt und dessen Vater einer der bedeutendsten Meister Deutschlands war, Wilhelm Gentz. An den Namen Wilhelm Gentz ist die Geschichte der deutschen Orientmalerei für immer geknüpft. Er steht an der Spitze dieser jetzt schon langen Künstlerreihe. In Frankreich hatte der Kampf der Griechen um ihre Freiheit, vor allem das Niederzwängen Algeriens unter die gallische Trikolore den Blick auf die Zauber des Orients gerichtet. Hier war Neuland für die Kunst gefunden. Hier lockten Farben von nie gekannter Reinheit und Zartheit und unerschöpflicher Fülle der Nuancen. In der leuchtenden und klaren Luft erschienen Mensch und Tier, Baum und Berg in neuen Reizen. ISMAEL GENTZ: STUDIE AUS TRIPOLIS 1890. Der schillernde Reichtum der Pflanzenwelt und in so naher Angrenzung das stille, tote Meer der Wüste unter einem tietblauen Himmel erschlossen ungeahnte Schönheiten. Dazu ein fremder Menschenschlag, den der Anprall der Jahrtausende nicht gemodelt zu haben schien. Die Gestalten der Bibel schienen nicht gestorben. Hier sah man sie einherschreiten: langbärtige Patriarchen mit weisheitkündenden Gesichtern, Sänger und Dichter, welche die alten, vieltausendjährigen Märchen erzählten in alter Sprache, mit den Gesten der Ahnen, mit der bunten und schaurigen Phantastik der Vorzeit und umringt von der traumgierigen Masse, die den gleichen Sagen lauschte mit den gleichen Empfindungen, mit der gleichen Stimmung, in der gleichen Haltung, in der gleichen Gewandung wie ihre Väter seit Jahrhunderten. Horace Vernet, der die französischen WafTentaten in Bildern verewigen sollte, malte nun biblische Darstellungen, die nicht, wie bei den Holländern, Ausschnitte aus dem modernen Leben waren und bei denen nicht mehr brave Niederdeutsche als Modelle für die biblischen Gestalten dienten, sondern die Söhne Sems. Und Decamps stellte seine Helden der Bibel nicht mehr in eine italienische oder gar

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.