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Ost und West · 1902-12-01 · Heft 12 (Dezember 1902) · p. Seite 803 - 804

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ost und West
Volume
2 (1902)
Issue
Heft 12 (Dezember 1902)
Article
Etwas über Houston Stewart Chamberlain
Date
1902-12-01
Page
Seite 803 - 804 (sequence 5)
Language
German
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803 Mathias Acher: Etwas über Houston Stewart Chamberlain. 804stens kein europäischer, erreicht, und wie sie nur ein Chamberlain mit seinen dialektischen Woitkünsteleien wegzueskamotieren wagen kann. In der Neuzeit zeigt sich im intellektuellen Teile des jüdischen Volkes dasselbe Verhältnis. Auf der einen Seite tiefinnerliche Hingebung, allerdings nicht mehr in Religionsform, auf der anderen Seite rücksichtsloses, wissenschaftliches Denken und Streben. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Das geht den Leuten vom Schlage Chamberlain's auf die Nerven. In der Vergangenheit waren die Juden noch zu ertragen. Aber auch in der Gegenwart diese vernünftige Nachbarschaft, die ihnen bei ihrem neu religiösen Hokuspokus scharf auf die Finger sieht, das ist zu viel! Ihr eigener Enthusiasmus ist zu blutarm, um die Konkurrenz der hellen Vernunft im Gehirne auszuhalten; darum schreien sie Zeter und Mordio über diejenigen, deren Enthusiasmus nicht so blutarm ist. Sie selbst brauchen allerlei Seelengerümpel, auch unbegriffene und unbegreifbare Geheimnisse, einen konfusen Mischmasch von Stimmungen, Empfindungen und Gedanken, um ihr bisschen Innerlichkeit darin zu hüllen, wie man ein frühgeborenes Kind in Watte hüllt. Darum schimpfen sie über die bösen Juden, deren heiligste „Ueberbrückungs" -Träume im eisigen Zuge der Vernunft stehen können, ohne sich zu erkälten. Die Juden thäten gut daran, sich auch weiterhin von Faselern ä la Chamberlain nicht imponieren zu lassen. Selbst auf die Gefahr hin, von diesen tiefgründigen Menschen als inferiore Rasse erklärt zu werden. Es ist noch auszuhalten. Im übrigen zeigt Chamberlain auch in seinen Exkursen über die Rasse, wes Geistes Kind er ist. Dass er den Widerspruch von Wirkung der Rasse und der Wirkung des von der Rasse losgelösten Geistes Du Sabbatstille! ♦ ♦ Nun gehst du von mir* ♦ ♦ Die dunklen Nachte stehn \>or der Chiir. Nun hommt der Kampf. Nun kommt das Leid Und aller dnrast Bitterkeit» Nun kommt die harte, kalte Rand, Die mir so oft schon den frieden entwand. nicht bewältigen kann, wollen wir ihm nachsehen. Auch das wollen wir ihm — aus Mangel an Raum zur Widerlegung an diesem Orte*) — verzeihen, dass er seine Gedanken über Rassenmischung nicht wissenschaftlich zu Ende denkt und befriedigt bei der Theorie stehen bleibt, Mischungen verwandter Rassen seien von glücklichen, solche einander fremder Rassen von unglücklichen Ergebnissen gefolgt. Aber die wissenschaftlich ganz ungebührliche, einfach sinnlose Phrase von dem „Rassenschuldbewusstsein" oder der „Rassensünde" der Juden verdient angenagelt zu werden. Man muss allerdings die ganze darauf bezügliche Stelle des Werkes lesen, um den hohen Grad der mvstischen Verwahrlosung des Gehirns dieses Menschen zu erkennen. Doch genügt auch eine kurze Andeutung, um sich einen Begriff davon zu machen. Nachdem er erörtert hat, was die verdienstlichen Forschungen anderer festgestellt haben, dass die Juden ein im Altertum zu stände gekommenes Gemisch von Hethitern, Semiten und indogermanischen Amoritern sind, und nachdem er diese drei Rassen, dem Zuge seines Herzens folgend., für einander wildfremd, heterogen erklärt hat — erzählt er, dass das Schuldbewusstsein, das niederdrückende Gefühl der Sünde — welches die Juden beherrschte, ein Rassenschuldbewusstsein, ein Bewusstsein der Rassensünde, der Sünde blutschänderischer Rassenmischung — wie er sich, um die Methode seines Wahnsinns und des Wahnsinns seiner Methode zu vollenden, ausdrückt — gewesen sei. Man greift sich an den Kopf, wenn man derlei hört, und ist man ganz gläubig hierzu, so möchte man ein Gebet murmeln: O Herr, befreie uns und Europa endlich von allen diesen Qualen! *) Etwas mehr über diesen Gegenstand und über Chamberlain überhaupt in zwei Artikeln von „Pantarhei" in der „Welt" (Jahrgang 1901). r>ermann Struck gewidmet. Du trautes Sabbatlicbtelein! Leuchte noch einmal in meine Seele hinein, Damit ich die grauen Wandertag Deinen heimlichen Zauber im ßerzen trag» Du! . ♦ Seliger Crost in aller Qual. ♦ ♦ I* seh dich vielleicht das letzte ]Mal. Cbeodor Zlocisti» Sabbatauegang,

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