Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 2 (1902)
- Issue
- Heft 4 (April 1902)
- Article
- Revue der Presse.
- Date
- 1902-04-01
- Page
- Seite 279 - 280 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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279 280 APHOR Wir müssen mehr wissen. Wir müssen zuverlässig erfahren, wie das Volksmateriai beschaffen ist, womit wir zu schaffen haben werden. Wir brauchen eine ganze anthropologische, biologische, ökonomische und intellektuelle Statistik des jüdischen Volkes. Wir müssen zahlenmässige Antworten auf die Fragen haben: Wie ist das jüdische Volk körperlich beschaffen? Wie gross ist es durchschnittlich? Welches sind seine anatomischen Eigentümlichkeiten? Welches ist seine Erkrankungsziffer? Welches seine Sterblichkeit? Wie viele Krankheitstage hat der Jude jährlich im Durchschnitt? Welches ist seine Lebensdauer? An welchen Krankheiten stirbt er? Welches ist seine Eheschliessungsziffer? Welches seine Kinderzahl? Wie viel Verbrecher, Irrsinnige, Taubstumme, Krüppel, Blinde, Epileptiker zählt das jüdische Volk? Hat es seine eigentümliche Kriminalität, und welcher Art ist sie? Wie viel Juden sind Stadt-, wie viel Landbewohner? Welchen Beschäftigungen geht das jüdische Volk nach? Wie arbeitet, was erwirbt, was besitzt es? Was isst und trinkt es? Wie wohnt es? Wie kleidet es sich? Wie viel giebt es von seinem Einkommen für Ernährung, Bekleidung, Wohnung, geistige Bedürfnisse aus? ISMEN. All das muss man wissen, wenn man ein Volk wirklich kennen will. So lange man es nicht weiss, ist alles, was man für das Volk thun will, ein Tappen im Dunkeln, ist alles, was man über dieses Volk sagt, bestenfalls Lyrik, schlimmstenfalls leeres Geschwätz. * * * Man führt es oft als Beweis des starken Bildungsdranges der Juden an, dass sie in der Mittel- und Hochschule prozentual ungleich stärker vertreten sind als in der Bevölkerung. Ich glaube, dass man uns da ausnahmsweise einmal schmeichelt. Die Juden studieren so zahlreich nicht aus Bildungsdrang, sondern aus Verzweiflung. Das jüdische Bettelstudium ist ein toll verwegenes Spiel und hoher Gewinn mit lächerlich geringem Einsätze. Das Ausreissen nach vorne ist eine berühmte Eigentümlichkeit des preussischen Soldaten. Der Bildungsdrang des Juden ist ein Ausreissen nach oben. Mancher Jude, der es fabelhaft weit gebracht hat, würde, wenn er in die Tiefen seiner äussersten Beweggründe hinableuchten wollte, bekennen müssen: „da ich nicht Taglöhner werden konnte, so blieb mir nichts übrig, als Minister zu werden." Max Nordau. REVUE DER PRESSE. Wir beschränken uns in der vorliegenden „Revue der Presse'* auf ein einziges Thema: „Die Lage der Juden in Rumänien". Diese Lage ist eine so furchtbare, dass wir auf die Zeiten der Inquisition und der ägyptischen Knechtschaft zurückgehen müssen, um historische Parallelen zu linden. Auch ein Exodus steht bevor. Und wer die Ereignisse früherer Jahre auch nur einigermassen mit Aufmerksamkeit verfolgt hat, der weiss, dass innerhalb der allernächsten Wochen eine verzweifelte Auswanderung — wenn nichts Schlimmeres — stattfinden wird! Wird die Judenheit Rat wissen? Werden die grossen Organisationen gerüstet sein? Dr. Bloch's Wochenschrift schreibt (21. März 1902): ,;Für die rumänischen Juden In Rumänien bereitet sich ein furchtbares Verhängnis für nahezu 300 000 Menschen vor. Durch das „Landpolizeigesetz" werden nahezu 300 000 ehrliche arbeitende Menschen an die Luft gesetzt, der brutalsten Willkür preisgegeben, ihres Erwerbes beraubt, von Haus und Hof gejagt, dem Hungertode überliefert. Im Lande sollen sie nicht leben, und ins Ausland können sie nicht ziehen. Zuerst hat man ihnen, die im Lande eingeboren sind, ihre Heimat gestohlen, und nachdem man sie als Einheimische entrechtet und zu „Fremden" erklärt hat, beraubt man sie, als „Fremde", des Erwerbrechtes. Zwar ist das Landpolizeigesetz, diese neueste Gewaltimd Schandthat der Rumänen, noch nicht vollreif. Es hat