Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 2 (1902)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1902)
- Article
- Elim Henry d'Avigdor
- Date
- 1902-02-01
- Page
- Seite 135 - 136 (sequence 1)
- Language
- German
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136 MISCELLEN. Elim Henry d'Avigdor, der Autor des an erster Stelle dieses Heftes veröffentlichten Artikels über die Entwickelung <ler nationalen Idee unter den Juden, ist zu Anfang des Jahres 1895 infolge eines Jagdimfalls gestorben. Der Artikel war von ihm im Herbst 1891 verfasst worden und erschien damals in der Festbeilage des ..Jewish Chronicle'\ zu dessen ~>0 jährigem Jubiläum. Klim Henry d'Avigdor ist nur einige 7)0 Jahre alt geworden. Er war der Sohn des Grafen Salomen Henry d'Avigdor: sein Geburtsland war Südfrankreich. Mit 17 Jahren kam er nach London, wo er sich der Ingenieur-Laufbahn widmete und den akademischen Grad des B. A. (Baccalatireus Artinm) erwarb, brachte dann viele Jahre auf Reisen zu und trat später auch schriftstellerisch hervor, besonders in Sport-Zeitschriften. ' Smc-;:* r~5r :-~ *efr. im l. j4:tJ. e*»f. t«./Vi>»»-Si* l>* Jfa'-jpJlW» M» Don J s a a c A b a r b a n e 1 (nach einem alten Stich). Seine Thätigkeit auf dem Gebiete der üdischen Kolonisation begann im Jahre 1890. kurz nachdem der Londoner litterarisch-gesellige Verein .JCadimalV" in die ..C'hovcvi Zion Society"' umgestaltet worden war. Elim d'Avigdor. Colone! Goldsmid und das Parlamentsmitglied Sir Samuel Montagu standen bald an der Spitze der kräftig einsetzenden ChoYevi-Zion-Bewegung. die bald allein in England 27 Einzel vereine zählte und schon im Jahre 1894 in Paris eine Konferenz von I delegierten der verschiedenen europäischen und amerikanischen Landesverbände abhielt. Das Ziel dieser Konferenz war schon ausgesprochenem! assen eine Hilfsaktion grossen Styles in Palästina für die bedrängten osteuropäischen Juden. Elim d'Avigdor erklärte auf dieser Konferenz in Paris: ..Ich wünsche, dass meine Glaubensgenossen in der einstigen Heimat Israels sich niederlassen, wo ein Bruder neben dem andern arbeiten könnte, wo der Sabbath ein Sabbath Aller, und der Versöhnungstag im ganzen Lande gleich beachtet wäre/" Das Programm der Chore vi Zion legte er damals in den Worten nieder: „Wir haben gar nicht die Absicht, die Juden aller Weltteile in Palästina anzusiedeln, uns handelt es sich hauptsächlich darum, den ()pfern der Verfolgung eine sichere Zufluchtstätte zu verschaffen. Wir sind begeistert für die Kolonisation Palästinas, aber diese IBegeisterung geht gepaart mit Umsicht und. Maass." Wenige Monate nach dieser Pariser Konferenz starb d'Avigdor. — Niemand kann sagen, welchen Verlauf die jüdische Palästinabewegung genommen hätte, wäre er nicht in der^ Blüte seiner Jahre dahingerafft worden. „Ein Volk ohne Land.44 Im Londoner ..Cosmopolitan-Club" sprach vor kurzem Odschidschatekha Brant-Sero. ein Indianer aus Ober-Kanada, der dem Irokesenstamme angehörte. Brant-Sero gab zuerst ein Bild ihrer alten Organisation und beklagte, dass von seinem Stamme nur ein kleiner Ueberrest geblieben, aber dieser Ueberrest sei jetzt im Wachsen begriffen. Von ihrem ursprünglichen Landbesitze seien ihnen nur öl) 000 Acres geblieben, die sich aber im blühenden Zustande befinden. Ihre Gebäude und Viehbestände repräsentieren einen Wert von 20 Millionen Mark. „Der Grund und Boden ist Gemeineigentum des Stammes, obwohl manche unserer Mitglieder, die den verschiedenen christlichen Sekten angehören, dem gemeinschaftlichen Besitze durchaus nicht freundlich gegenüberstehen. Aber die grosse Mehrheit der Genossen ist für dieses System, da sie einsehen, dass es jedem von ihnen ein Heim und ihren künftigen Geschlechtern eine unabhängige Existenz sichert. Das Beispiel der Juden — eines Volkes ohne Land—wirkt abschreckend. In Sparsamkeit. Erziehung. Religiosität und allgemeiner Civilisation sind wir unseren Nachbarn mindestens gleich. Die Beulenpest im Alten Testament. Unter dieser Ueberschrift lesen wir in der ..Israelitischen Rundschau": Die alarmierenden Nachrichten über den Ausbruch der Pest in Neapel und die Massregeln der öffentlichen Hygiene, die man allenthalben zur Abwehr dieser furchtbaren Geissei getroffen hat, regte zum Beweise an, dass die Philister der Zeit des Propheten Samuel, nach einer Stelle im Alten Testament, schon den Ratten eine bedeutsame Rolle in der Verbreitung der Seuche zugewiesen haben. Ein englischer Pastor, M. J. Campbell Gibson, erzählt soeben von dieser Entdeckung in