Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 2 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Gedenkblatt des fünften Zionisten-Congresses (26. bis 30. Dez.) in Basel [Illustration]
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 17 - 18 (sequence 1)
- Language
- German
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DER FUENFTE ZIONISTEN-KONGRESS. Eröffnungsrede, gehalten von Dr. Theodor Herzl. Geehrte Kongressmitglieder! Wir versammeln uns heuer zum fünftenmal — zum viertenmal in Basel — wo unsere Bewegung mit einem von uns aufrichtig bedankten Wohlwollen angesehen wird. Es darf auch gesagt werden, dass die Gastfreundschaft für eine Bewegung, welche Notstände lindern will, den alten Ruhm dieser Stadt nur noch vermehrt hat. Schon ist manches, was uns schwer war, halb vergangen und anderes halb erreicht. Eines aber lassen Sie mich vor allem begrüssen: dass wir -uns in Treuen wieder zusammenfinden, und dass die Jahre unsere Begeisterung für ein schönes Ziel nicht abgekühlt haben. Der Tod hat uns manchen guten Mann fortgenommen. Alter, körperliches Leiden oder Berufspfliehten haben mehrere verhindert, aber auch sie sind im Geiste anwesend. Die in anderen Weltteilen Wohnenden konnten in dieser Jahreszeit nicht leicht reisen, aber auch solche sind erschienen, und neue Mitarbeiter sind uns in erfreulicher Weise zugewachsen, nicht nur Juden! Es geschieht nicht in der Verblendung eines Parteimenschen, wenn ich sage, dass die aus anderen Konfessionen und Nationen herankommenden Helfer zu den Besten und Edelsten gehören. Es sei gestattet, die Worte zu citieren, die der englische Dichter Hall Caine vor kurzem in einer Versammlung in London sagte: „Wenn ich selbst ein Jude wäre, so wäre ich auf diese Thatsache. höchlich stolz — stolz darauf* zu einer alten Rasse zu gehören, die einige der grössten Männer hervorgebracht hat; stolz auf eine Nation, die -'noch immer einen starken Anteil an den' Weltangelegenheiten hat, obwohl sie weder Thron,, noch König, noch Soldaten, noch, auch einen: