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Ost und West · 1901-11-01 · Heft 11 (November 1901) · p. Seite 829 - 830

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Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 11 (November 1901)
Article
[Rezension] / D. T.
Date
1901-11-01
Page
Seite 829 - 830 (sequence 1)
Language
German
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829 830 ftffi No. 1.] '» "»fc "»VtPE Hü ijnya -27 44 A. wora in Hs seasonhow good it is.° Proverbs, cliap. 15, ver. 23, 'p&? 'y\T\ flETHD HO November 12th, 5602.—1841. [Price 2d Verkleinerter Innentitel des ersten Heftes von „Jewish Chronicle" (12. November 1S41). Vor mir liegt das neueste Heft des „Jewish Chronicle", des unstreitig ersten jüdischen Organs in englischer Sprache, und — was Verbreitung und Ansehen betrifft — wohl auch des vornehmsten jüdischen Blattes der ganzen Welt. Es giebt jüdische Zeitungen von grösserer Auflage, sogar solche Tageszeitungen, wie besonders die hebräischen: „Hazefirah" in Warschau und „Hameliz" (Petersburg), oder wie Sarason's „Jüdisches Tageblatt'4 in New York, dessen Auflage bereits vor Jahren täglich 35 000 betrug, aber an universellem Ansehen ist ihnen ,, Jewish Chronicle" als Hauptblatt der Judenschaft des grossen britischen Weltreiches begreiflicherweise überlegen. In dieser Beziehung sind neben das englische Blatt allenfalls noch zu stellen der Petersburger „Woschod", der gleich ersterem häufig von der Weltpresse als Autorität in jüdischen Dingen citiert wird, und die Wiener „Welt", welche durch die starke werbende Kraft der jungen zionistischen Idee und durch eine verhältnismässig straffe Organisation schon bald nach ihrem Erscheinen eine universelle Verbreitung hatte. Die Veranlassung, die wir heute haben, von unserer englischen Kollegin zu sprechen, ist eine freudige: sie feierte soeben ihren „sechzigsten Geburtstag". Am 12. November des Jahres 1841 erschien das erste Heft der neuen Wochenschrift die grossen Einfluss in der englischen Judenheit gewann. 'Es hat ja auch früher schon jüdische Zeitungen gegeben, in England, in Deutschland und auch anderwärts; aber die Einen waren Gemeindeblättchen engsten Gesichtskreises, während andere, besonders die deutschen, so wissenschaftlich und ernst gehalten waren, dass auch sie nur einen äusserst Meinen, wenn auch sehr gewählten Leserkreis finden konnten. Das Prototyp der meisten fetzigen jüdischen Journale ist aber unzweifelhaft „Jewish Chronicle", das zuerst mit einer gewissen Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit des Inhalts auttrat und so weitere Kreise für sich gewann. Ein solches Umsichgreifen eines jüdischen Journals ist ab er ein hohes Verdienst: ich möchte jeden Einzelnen, der durch irgend ein Mittel, durch eine gute Zeitung, durch persönliche Bemühung oder durch irgend etwas für jüdische Interessen gewonnen wird, eine „gerettete Seele" nennen, in dem praktischen Sinne, dass da ein Jude mehr dem Indifferentismus entrissen, ein Jude mehr für die Arbeit gewonnen ist, deren es im Judentum so viel giebt auf kulturellem und sozialem Gebiete — besonders auf sozialem! „Jewish Chronicle" trat auf den Plan im vollen Bewusstsein der Grösse seiner Aufgabe, und es hat die stolzen Worte gerechtfertigt, mit denen es sich, vor nun 60 Jahren, das erste jüdische Blatt seiner Art, bei seinen Lesern einführte. In diesem ersten Hefte lesen wir: „.....wir wissen, die Existenz eines Organs der gegenseitigen Verständigung ist eine so grosse Notwendigkeit, dass derjenige, der es zu stände bringt, einen beneidenswerten Anspruch hat auf die Dankbarkeit seiner Brüder...... Wir fühlen, dass wir hier etwas gethan haben, das uns wohl dem allgemeinen Schicksal der Vergessenheit entreissen wird.....Wir treten an unsere Arbeit heran mit Lust und Liebe, angefeuert zu unserem voraussichtlich mühevollen Werke durch den erhebenden Gedanken, dass es uns beschieden sein möge, wenigstens einen Teil unserer Brüder zu neuem jüdischen Leben zu erwecken....." Ich freue mich, in einer Zeitschrift, die ihrerseits einen neuen grossen Fortschritt auf dem Gebiete der jüdischen Journalistik bedeutet, der Kollegin jenseits des Kanals meinen Glückwunsch aussprechen zu können. D. T.

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