Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 1 (1901)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1901)
- Article
- Palästina. Zeitschrift für die kulturelle und wirtschaftliche Erschließung des landes. Rezension.
- Date
- 1901-10-01
- Page
- Seite 779 - 780 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2583875-2583876-2583887--00951-2584601- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
779 780 MISCELLEN. „Palästina, Zeitschrift für die kulturelle und wirtschaftliche Erschliessung de s Landes." . . . : . Ein Organ dieses Namens ist im Erscheinen begriffen, und nach den uns zugegangenen Mitteilungen dürfte es bestimmt sein, ein wesentlicher Faktor für die gesunde Entwicklung der Palästina-Kolonisation zu werden. Artikel über wirtschaftliche Fragen des Heiligen Landes findet man verhältnismässig selten, selbst in den jüdischen Zeitschriften, weil bisher nur ein verhältnismässig kleiner Teil des Leserkreises ein irgendwie geartetes, und ein noch kleinerer Kreis ein praktisches Palästina-Interesse hatte. Es sind aber deutliche Anzeichen vorhanden — z. B. die Gründung des „Hilfsvereins deutscher Juden4', der sich mit der Lage der Juden im Orient befassen will, das sichtliche Erstarken der Kolonisationsvereine, wie des „Esra" in Deutschland, des „Odessaer Komitees zurTörderung der Palästina-Kolonisation" u. a. —, dass dieser Kreis immer grössere Dimensionen annehmen wird, so dass ein Organ, welches das hochwichtige Problem der jüdischen Orient-Kolonisation in wissenschaftlicher Weise in Angriff nimmt, nicht nur existenzberechtigt ist, sondern in hohem Grade gleichzeitig iuformativ und propagandistisch wirken wird. Wir denken im nächsten Hefte von „Ost und West" auf die vielversprechende Publikation zurückzukommen. # In Bukarest ist in diesen Tagen ein Denkmal für die Freiheitskämpfer des Jahres 1848 feierlich enthüllt worden. Die jüdischen Teilnehmer an jenem „Freiheitskampfe", welcher den Rumänen die Freiheit gegeben hat, ihre jüdischen Mitkämpfer von damals zu unterdrücken, standen beiseite und tauschten ihre Reminiscenzen aus, die ein Korrespondent des Wiener Jüdischen Volksblattes folgendermassen wiedergiebt: „Wo sind die alten guten Zeiten?" rief einer von ihnen. „Was ist mit all jenen süssen Reden von damals? Welch eine Zukunft hat uns Bratianu, der Führer der Revolution, in Aussicht gestellt! Wir wurden als Brüder apostrophiert, ein gemeinsames Interesse hätten wir alle, und brüderlich vereint sollten wir uns die Freiheit erkämpfen. Und wer hätte gedacht, dass unsere „Brüder" uns mehr peinigen würden als die „Arnauten" und die anderen Bedrücker!" „Ich erinnere mich noch ganz genau daran," begann ein zweiter." Es war an einem Freitag-Abend, die nationale Garde und Miliz bildeten die Wache in der Stadt. Bratianu inspizierte die Strassen 'und bemerkte einen alten Juden im Schabbes-Kostüm, mit Pelzmütze und mit Seitenlocken, der mit dem Gewehr in der Hand auf- und abpatroullierte. Bratianu betrachtete ihn eine Weile, dann rief er: „Er sieht mir wie der Patriarch Abraham aus!" „In der That", bemerkte ein anderer mit einem tiefen Seutzer, „es scheint der Patriarch Abraham gewesen zu sein, aber in dem Momente, als de; Herrgott ihm gebot: Geh von deinem Lande,. von deinem Vaterhause und von deinem Geburtsorte ..." * „Sonnenkinder". Dass die Sonnenstrahlen Leib und Seele, weit mehr noch als die Kälte, stärken und stählen, wissen die meisten Menschen nicht, meiden dieselben und schützen sich ängstlich davor. ........Was haben die sonnendurchglühten Völker von jeher ausgerichtet, sie, die wahre Blüte der Menschheit, die Säulen der Weltgeschichte, die Aegypter und Assyrer, die . Juden und Babylonier, die Griechen und Römer mit ihren Weltreichen und Weltstädten........wie Gott auch den Garten. Eden und später das Gelobte Land und Jerusalem, seine geliebte Stadt, in den sonnendurchglühten Süden, nicht in die dunklen Wälder des Nordens verlegte. (Aus: Natur und Gesetz von F. Bettcx-Stuttgart) * rff^'^J* ''. ■ 'X^-S:: ■X^Xy ■; < ■ fl'y - ' "•' -['■' ■ ' /•' J ■ ■ / ■'"■■ ■ UP' . - JAN LIEVENSZ. Museum ßraunschweig. Abraham und Isaak. (Text siehe S. 756.")