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Ost und West · 1901-10-01 · Heft 10 (Oktober 1901) · p. None

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Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 10 (Oktober 1901)
Date
1901-10-01
Page
None (sequence 1)
Language
German
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ösF^te sr ILLUSTRIERTE MONATSSCHRIFT^^ FÜR MODERNES JUDENTUM. Ss Herausgegeben unter Mitwirkung von Prof. Dr. Martin Philippson * Prof. Dr. Ludwig Geiger * Prof. Dr. D. Joseph Prof. L. Kellner * Prof. Dr. M. Lazarus # Prof. Mandelstamm * K. K. Baurat Wilhelm Stiassny (Wien) * Prof. Dr. Otto Warburg * Baron David Ginzburg * Mathias Acher (Dr. Nathan Birnbaum) * Dr. S. Bernfeld * M. Buber * Achad Ha'am * Dr. Heinrieh Meyer Cohn * Dr. Moses Gaster * Robert JaffS * S. Lublinski * Dr. Rudolph Lothar # E. M. Lilien # Dr. Max Nordau * Dr. Alfred Nossig * Nahida Remy * N. Sokolow * Dr. Ernst Tuch * Jacob Wassermann * Dr. S. Werner. Bezugs- und Insertions-Bedingungen auf der letzten Textseite. Alle Rechte vorbehalten. Heft 10 Oktober 1901 ■i^M^»"»» ii^^» ». i mmmn^m* i il—>^«» w+m^+m*. ■ —»i» ■ i^WSN» i ■»■■■ — *m«mn,^m„ »^^»■»■^»^i......+*+s**+v<<m ■ —^»v ■ >^«V«^ i». , EIN LETZTES WORT ZUR JUDENFRAGE? Von Dr. Heinrich Meyer Cohn. Unter der Ueberschrift „Ein letztes Wort zur Judenfrage" hat Herr S. Lublinski in No. 9 dieser Monatsschrift einen Aufsatz veröffentlicht. Nach seiner Meinung wird die Judenfrage endgültig erst verschwinden, wenn die.„revolutionäre Frage" verschwunden sein wird. Inzwischen gebe es drei Mittel, wenn auch nicht zur Lösung, so doch zur Linderung der Judenfrage, nämlich Taufe, Assimilation und Zionismus. Was Lublinski „revolutionäreFrage" nennt, ist der bekannte Vorwurf, dass die Juden überwiegend sich oppositionellen Parteien anschliessen und namentlich für die Militär- und Flottenbedürfnisse des nationalen Staates kein Verständnis haben. Mag dies Moment hier und da mitspielen, eine ausschlaggebende Bedeutung hat es nicht. Für andere Länder, wie Frankreich und Ungarn, in welchen die antisemitische Bewegung doch auch recht lebhaft war und ist, trifft die Thatsache überhaupt nicht zu. Für Deutschland gerade in der Zeit nicht, in welcher der Antisemitismus aufkam — das Ende der 70 er Jahre. Damals, in der Lasker'schen Zeit, waren die Juden sogar Regierungsenthusiasten. Und wahrscheinlich hat alle Opposition nicht entfernt so viel zur Aufrollung der Judenfrage beigetragen, wie das Uebermass von Regierungsfreundlichkeit im Kulturkampf. Lublinski will sonach eine Seite der Judenfrage, und zwar eine der weniger bedeutsamen —, als die Judenfrage angesehen wissen. Es ist überhaupt noch sehr die Frage, ob die Oppositionsstellung der Juden die Judenfrage gezeitigt hat, oder nicht umgekehrt die Aufwerfung der Judenfrage von rechts die Ursache gewesen ist, dass die Juden sich überwiegend in die links stehenden Oppositionsparteien eingereiht haben. Wie der Kulturkampf die Katholiken, hat die Judenfrage die Juden politisch zusammengeführt, während sie sonst gleich ihren protestantischen Mitbürgern, im wesentlichen nach ihren Klasseninteressen, an die verschiedensten politischen Parteien sich angeschlossen hätten. Noch weniger stichhaltig als seine Ausführungen über den vermeintlichen Kern der Judenfrage sind Lublinski's Bemerkungen über die drei Wege zur Linderung der Judenfrage: Taufe, Assimilation und Zionismus. Das Wort „Linderung" hat bei Lublinski eine lediglich subjektive Bedeutung. Er untersucht die Frage lediglich vom Standpunkt des einzelnen, der die Taufe an sich vornehmen lässt, er will nachweisen, wie ein anständiger Mann zur Taufe gelangen kann, aber in dem ganzen Artikel findet sich kein Hinweis, welche Wirkung die Handlung des einzelnen auf die Lage der Gesamtheit hat. Denselben Fehler macht Lublinski übrigens in Bezug auf Zionismus und Assimilation, überall nur psychologische Betrachtungen, nirgends ein Hinweis, welche Wirkung ein bestimmtes Verhalten übt. Und gerade das ist die wichtigste Frage. Ueber die Täuflinge äussert sich Lublinski folgendermassen: „Keine Kampfnatur, gewiss

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