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Ost und West · 1901-09-01 · Heft 9 (September 1901) · p. Seite 703 - 704

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Journal
Ost und West
Volume
1 (1901)
Issue
Heft 9 (September 1901)
Article
Das Laubhüttenfest bei den Juden des 18. Jahrhunderts [Illustration]
Date
1901-09-01
Page
Seite 703 - 704 (sequence 1)
Language
German
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703 704 NUSCELLEN UND APHORISMEN. : * mni ißm^fMm ■$ßj&* mi-m-'0^^ss^^!w^f^ Pi'tmwlßmh % iM V-m\ 1 * ■■ 'Ml^sli1 - fhV3:iftV:H '■fmmii m^mw i/li i " ' : ff jt|'^^-- <- - ^=—-=101« - " - " ff 11i*?0 - ff 47 |^ k$ijk Das Laubhüttenfest bei den Juden des 18. Jahrhunderts Verkleinerte Abbildung aus „Aufrichtig Deutsch Redender Hebräer'* von Bodenschatz (Bamberg 1756). Das Verbrechen der Juden. „Und was war das Verbrechen des Juden, das eine so grausame Strafe zur Folge hatte, was war seine Schuld? Er ist schuldig des Verbrechens, der Welt einen Gott gegeben zu haben, vor deren die Hälfte der ganzen Menschheit heute ihre Knie beugt. Er ist schuldig des Verbrechens, der halben civilisierten Menschheit einen Heiland gegeben zu haben, sammt den ersten, die ihn anerkannten, die ihm huldigten, die ihm folgten, die seine Lehre niederschrieben und Länder und Meere durchschritten, um sie zu verbreiten. Er ist schuldig des Verbrechens, Propheten, Sänger und Gesetzgeber hervorgebracht zu haben, vor denen die ganze civilisierte Welt in Demut sich neigt. Er ist schuldig des Verbrechens, der Welt die Bibel, den Sabbath, die zehn Gebote gegeben zu haben, der erste gewesen zu sein, die Vaterschaft Gottes und die Brüderlichkeit der Menschen auszusprechen. Er ist schuldig des Verbrechens, für die Ruhmeshalle der grossen Geister der Welt die grösste Anzahl beigetragen zu haben. Er ist schuldig des Verbrechens, zu den friedlichsten, gesetzlichsten, üeissigsten, massigsten, loyalsten und patriotischsten Völkern zu gehören. Das Gefängnis kennt ihn kaum, das Schaffot spricht von ihm als einem Fremden, das Ehescheidungsgericht hört selten von ihm, das Trinker-Asyl weiss kaum, dass er existiert, das Armenhaus braucht für ihn nicht zu sorgen. Die Schulen rechnen ihn zu den Begabtesten, die Universitäten zu den Gelehrtesten, die freien Berufe zu den Fähigsten, die Künste zu den Geschicktesten, die Wissenschaften zu den Fortgeschrittensten. Nennt die Führer der Parlamente und der Völker, die Avant- Garden des Gedankens und des Fortschritts, die Helden und Götzen der Masse, und ihr könnt nicht umhin, eine überwältigende Anzahl von Juden unter ihnen zu nennen. Ihr müsst die Spinoza und Mendelsohn nennen, die Disraeli, Gambetta und Lasker, die Ricardo, Marx und Lassalle, die Heine und Börne, die Lazarus und Steinthai, die Meyerbeer und Halevy, die Rachel und Bernhard. — Er ist schuldig des Verbrechens, die Seele, die Gott ihm gegeben, und den Verstand, mit dem Gott ihn begabt hat, zur höchsten Entwickelung ausgestaltet zu haben, und er hat den Neid und Hass der Welt zu erleiden für die geistige Ueberlegenheit, welche das natürliche Resultat einer solchen jahrtausendelangen Entwickelung sind. Aber er ist noch grösserer Verbrechen schuldig. Er hat einen zu ausgeprägten Familiensinn, für welchen aber nicht er zu tadeln ist, sondern die jahrhundertelange zwangsweise und ausschliessliche Isolation. Er ist habgierig und monopolisiert die vorteilhaftesten Geschäftszweige, — aber nicht er ist dafür zu tadeln, sondern der jahrhundertelange' grausame Ausschluss von Landwirtschaft und Handwerk, sowie die alte Erfahrung, dass das Geld seine einzige Waffe ist, mit der er gegen die numerische und physische Uebermacht sein er Feinde aufkommen kann. Er liebt es^einen Reichtum* zu zeigen, ihm fehlt der gesellschaftliche Schliff und die Reserve — aber dies ist natürlich bei einem Stadium des Uebergangs von äusserster Unterdrückung zur Gleichheit mit seinen Mitbürgern. Er legt sich den Titel eines „auserwählten Volkes" bei und hält sich für besser als andere Rassen und Religionen, aber hierfür

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