Ost und West
- Journal
- Ost und West
- Volume
- 1 (1901)
- Issue
- Heft 9 (September 1901)
- Article
- Die Transformation der russischen Juden
- Date
- 1901-09-01
- Page
- Seite 673 - 674 (sequence 1)
- Language
- German
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- Minsk 2× ep/1000754
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673 674 DIE TRANSFORMATION DER RUSSISCHEN JUDEN. Vier Generationen. Talmud-Gelehrter Ahron G . geboren 1795 zu Minsk gestorben 1881. Rechtsanwalt Saul G . . . geboren 1866 zu Minsk. Unsere Bilder geben eine gute Illustration für die Wandlung im Habitus der russischen Juden ab. Sie stellen viei Glieder einer und derselben Familie dar und dürften manchen unserer westeuropäischen Leser in Erstaunen versetzen, die erfahrungsgemäss häufig eine recht karikierte Vorstellung vom Aeusseren unserer Brüder im Osten haben. Es ist eine der wesentlichsten Aufgaben unserer Zeitschrift, zwischen dem jüdischen Osten und dem westlichen Judentum Brücken zu schlagen und dem einen das Verständnis für das Wesen der anderen zu erleichtern. Selten ist •es uns möglich, wie im gegenwärtigen Fall, durch die Liebenswürdigkeit eines Petersburger Freundes, die Wandlungen in der äusseren Erscheinung einer bestimmten Kategorie von Juden auch im Bilde vorzuführen, und wir benutzen die Gelegenheit mit Freuden. Welche prächtigen Typen sind diese beiden -alter Juden, und wie unterscheiden J L Michael G..... geboren 1895 zu St. Petersburg. Kaufmann Moses G . . . geboren 1814 zu Minsk gestorben 1882. sie sich von der gewohnten Vorstellung. Es ist zu bedauern, dass nur wenige Bilder von Juden früherer Generationen existieren, besonders von solchen der Urgross väter und Grossväter der jetzigen Generation. Ihre Existenz würde uns eine würdigere Vorstellung auch von unseren direkteren Vorfahren geben, als die, welche nur zu viele von uns aus volkstümlichen Vorstellunger unserer „Wirts Völker'"' geschöpft haben. Wir haben mit Unrecht unseren Ahnenstolz auf die Judengeschlechter unserer historischen Zeiten beschränkt und der Auffassung unserer Feinde — die zwar bei jedem anderen Volke zutreffen würde — Recht gegeben, wonach eine Unterdrückung, wie die Juden durch viele Jahrhunderte sie erduldet haben, achtunggebietende Gestalten unmöglich macht. B