Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 4 (8.1921)
- Date
- 1921-08-01
- Page
- Seite 48 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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Hans K o h n OlIilllllllltlllllllllllllMIIIIIIIIIItllSIlllIlllIIIlIltlllllllllllllllllltllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllltllllllllllllllllllltlllllfllllllllKIllilllllt sich in der nicht immer genügend gewürdigten tragischen Lage eines Königs, den sein Gefolge im Stiche gelassen hat, befindet. Wir haben in diesem Jahre in Palästina keine Arbeit geleistet. Wir haben daher vor allem zu arbeiten und aufzubauen, statt uns mit Forderungen ohne Leistungen nach außen hin zu wenden. Wir haben außenpolitisch mehr erreicht, als wir 1913/14 je gehofft haben, wenn wir aufrichtig sein wollen: öffentliche Anerkennung, Mandat und einen uns günstigen Regenten. Wir haben unter diesen guten Bedingungen relativ weniger reale Arbeit geleistet als 1913/1914. Es gilt vor allem eine aufklärende Arbeit zu leisten, um die bisherige chauvinistisch-phrasenhafte Einstellung der meisten Zionisten zu Palästina durch eine Vertiefung des Nationalismus zu menschlicherem Empfinden, zu gerechterem und richtigerem Denken, zu klaren Urteilen zu ersetzen. Dann werden wir imstande sein, in Palästina ein wirklich dauerndes Gemeinwesen zu schaffen, das in das Chaos der heutigen Welt nicht zu tief verstrickt ist. Neben dieser Forderung an den Kongreß steht eine zweite, ebenso grundlegende und ebenso durch die Abneigung gegen den Phrasenrausch diktierte. Denn der Zionist, der nur in pseudoheldischen Phrasen Palästina verlangt, der selbst materielle Beiträge zu dessen Aufbau zu leisten gewillt ist, wird notwendig dazu kommen, aus Unausgefülltheit durch dieses allein und aus Verstrickung in völlig andersartige Sphären während seiner ganzen wirtschaftlichen und geistigen Tätigkeit, die für den weitaus überwiegenden Teil des jüdischen Volkes nicht mit Palästina verknüpft ist, entweder den Zionis- 48