Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 4 (8.1921)
- Date
- 1921-08-01
- Page
- Seite 34 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Jakob Klätzkirt iiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim Diese Krise ist innerer Natur, ist seelische Not. Sie datiert nicht seit dem Jerusalemer oder Jaffaer Pogrom; diese konnten nur der äußere Anlaß zum; Durchbruch dieser Krise werden. Sie datiert seit der Londoner Aera,, die den Zionismus aus einer Volksbewegung in eine Angelegenheit gutmeinender Diplomaten verwandelte, den historischen Blick der Freiheitsidee von unseren eigenen Kräften ablenkte und auf die Augenblicksgunst fremder Mächte bannte; die den Glauben an das Erlösungswerk aus seinem: natürlichen Mutterboden in der Volksseele entwurzelte und mit fragwürdigen Konjunkturen einer imperialistischen Politik künstlich verknüpfte. 2. Was war uns der Zionismus? Ein Ideal der Volksarbeit, der Volkserziehung. Die Sehnsucht nach schöpferischer Kulturentfaltung, nach freier Menschwerdung in Charakter und Persönlichkeit. Der Wille zur Wahrhaftigkeit und Ganzheit, zu einem sittlichem und schönern Volksdasein. Ein reinigender Sturm, der durch das Judentum fegt: so hatte ihn Herzl verkündet. Was sollte uns der Zionismus wjerden? Erlösung aus Zwiespältigkeit, Verfremdung und Verlogenheit, Rückkehr und Einkehr, Aufrüttelung und Verinnerlichung des Volkes, Wachrufen seiner wertzeugenden Eigenheit, Belebung seiner geschichtlichen Gestaltungen, Hebung und Stärkung der Volkskraft und Volksmoral — sie sollten uns Aufgaben des Unterwiegs werden. Schon das Wandern auf diesem Wege, meinte der Führer, muß uns zu anderen Menschen machen. Was ist der Zionismus geworden? Ein Spielball der 34