Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 94 (sequence 96)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücher schau ■iMnHimnmitimiuirmmtriiimcir^HtmiirMimmisnntrEicwmitmminimi willen sie „Helden" nennen, denn sie sind so macht- und trostlos und werden selber diesen vielversprechenden Namen nicht beanspruchen.) Da werden verschiedene Typen, die einander gleich sind in ihrem gemeinsamen Beruf — Luftmenschen — und doch wiederum so verschieden in ihren Charakteren, geschildert, Menschen, die ihr armes trostloses Dasein notdürftig fristen. Sie alle sind die Enkel des Erzvaters Menachem-Mendel aus Kasrilewka, und sie alle treten in die Fußtapfen seiner welt- und lebensfremden Tradition auf dem Boden der heiligen Stadt Jerusalem. — Meisterhaft wird Herr Kaufmann aus Ostpreußen geschildert. Trotz seiner deutschen Herkunft ist er ein Abenteurer, der sich nicht vor seinen aus Rußland stammenden Glaubensgenossen zu schämen braucht. Doch hat sich das typisch „Israelitisch-Deutsche" in ihm aufbewahrt: er spricht viel vom „lieben Gott" und baut auf die Vorsehung. Allerdings ist er auch kaufmännisch veranlagt, was nicht auf seinen Familiennamen, sondern auf seine Herkunft aus der traditionell jüdisch-deutschen Kaufmannschaft zurückzuführen ist. In Jerusalem aber muß dieser talentvolle Mensch all seine für die industrielle Zukunft Palästinas entworfenen Pläne aufgeben, da er leider Gottes in seiner Tasche keinen Pfennig hat ... So kam ein Talent zum Sturz und wurde ein trostloser Durchschnittsabenteurer. „Herr Kaufmann aus Ostpreußen" ist keine der bedeutenden Figuren in der Galerie der Typen, die uns das Brennersche Buch nahebringt. Ich habe ihn absichtlich herausgegriffen, weil er den deutschen Juden nahesteht und somit das Recht hat, hier hervorgehoben zu werden. Der beschränkte Rahmen gestattet es mir nicht, die Aufmerksamkeit der Leser auf die schöngestalteten Figuren der anderen Nebentypen zu lenken. Ich weiß wohl, daß es mir der Sonderling Schneursohn übelnehmen wird, daß ich an dieser Stelle über ihn kein Wort verliere; immerhin kann er nicht mehr als die anderen bevorzugt werden, solange ihn Brenner — wenn auch sehenswerter und sonderbarer — nur als Nebenfigur gestaltet. Den Mittelpunkt des Werkes bilden die Cheifez'. Jeder von ihnen ist Persönlichkeit für sich, wenn auch ein ebenso macht- und hilfloser wie unendlich lei- 94