Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 78 (sequence 80)
- Language
- German
- Belongs to
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Juli u s snrircmntrrnticM L ö w y illUIIIIIIIIIIillllllllllinllllllllltlllltlllllllllllllKIIHIH Gelegenheit wieder zu morden. Wenn Deutsche, Polen, Russen mit ihrer wirtschaftlichen Entwicklung unzufrieden sind, so schlagen sie auf den Juden los. Weil sie ihn für wehrlos halten und deshalb verachten. Wenn wir aber nicht wehrlos sind und unsere einzige, aber schärfste Waffe ergreifen? Wenn wir, die ein in allen Sprachen heulender Chor, den Rom* dirigiert, Asiaten nennt, wirklich Asiaten werden und dem großen Zwingherrn in Rom an der Spitze der Millionen asiatischer Parias entgegentreten? Würde sich nicht die Geschichte wenden? Wir haben gehört, daß die Judenfrage in Europa eine soziale, eine politische, eine wirtschaftliche sei. Nein, sie ist alles zusammen, sie ist die jüdische Frage. Nie werden wir uns mit diesem Europa verständigen können, das sich mit uns nicht verständigen will. Wir haben uns assimilieren wollen. Man hat uns mit Pogromen, mit Boykott geantwortet. Wir haben uns auf uns selbst zurückgezogen, man setzt Pogrome und Boykott fort. Unsere beste Kraft, unsere Aerzte, Techniker, Juristen, Staatsmänner müssen von ihrem Volk sich scheiden, treibt Europa in die Lüge des Abfalls; unsere heutige Generation hat sich mit dem Gift des europäischen Krieges infiziert, verdirbt in Börse und Schacher, verhungert im Rinnstein oder verröchelt unter dem Würgegriff sarmatischfer oder turanischer Horden. Millionen Menschen hat unser Volk verloren, Milliarden an Volksvermögen verliert es täglich. Und zu allem, um das Werk zu krönen, legt jetzt Europa unser Heiligstes, unseren Traum, für den die Ahnen gestorben sind, für den wir unser Leben gerne hingeben, den Traum von unserer Freiheit in den Sarg. Und wir sollen noch dabei mittun? Es geht uns nichts an, ob Europa weiß, wias es tut. Wenn es das Schicksal wirklich 78