Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 74 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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Julius Löw y ttiHmiumiHtiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiimimimiiiiiiiiiimm^ noch sah es Palästina nicht in der Wirklichkeit vor sich, noch blickte es vom Horeb ins verheißene Land; es erkannte die Fata Morgana. Die jüdische Politik ist nicht die Sache des englischen Volkes. Die britische Nation, die in Kontinenten denkt, hat ihre Zukunft vorgezeichnet und geht ihren Weg mit starrster Eigensinnigkeit. Ein Stück der Straße mag das jüdische Volk auf dem Wege mitfahren und sich wohlfühlen, solange diese Straße auch die seine ist. Aber jetzt ist der Augenblick gekommen, wo die Wege nicht mehr die gleichen sind. Will das Judentum auf dem Wagen bleiben, so muß es zum Diener werden und für die fremden Pferde Futter schaffen. Das jüdische Volk lernt von England, daß es dies nicht kann. Es muß von dem Wagen herunter und zu Fuß den schmalen, steinigen Feldweg wandern, an dessen Ende die Freiheit steht. Tausend Möglichkeiten zeigt die Weltgeschichte für das Schicksal eines Volkes. Nur eine nicht. Die nämlich, daß ein Volk seine Heimat von einem anderen erhielte. Wenn ein Volk ein Land zu vergeben hat, dann fragt es sich zunächst, ob es dieses Land nicht für sich selbst brauchen kann. Und es braucht immer dieses Land. Im Leben der Völker ist der Altruismus noch seltener als im Leben der Individuen. Wenn wir von England Palästina erhalten, so bekommen wir es nur als Lehen. Und die letzten Ereignisse zeigen, daß England dieses, den Juden zugedachte, zugesagte, zugeschriebene Lehen nicht den Juden, sondern den Arabern geben will. Denn die Araber sind ihm wichtiger und gefährlicher als die Juden. Die Araber fordern, die Juden — hoffen. Eine notwendige Einschränkung: nicht dem jüdischen Volke hatte England das heilige Land zugesagt, sondern 74