Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 3 (7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- Seite 14 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Jakob Klatz uuiiMiiiiimiiiiiiiiiuiuiiinuiiiiuniiiuiiimiiiiiiimiiiniiiiiiiiiiiiimiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiuiiii k i n um Sensationsapparat gezeugten und genährten Wahn zu zerstören. Heute gilt es beinahe als banale Wahrheit, was noch gestern als Ketzerei gebrandmarkt oder bespöttelt wurde. Aber dieses Eingeständnis bedeutet nicht Umkehr, Umlernen, ist keine Preisgabe der alten Methoden, sondern Wandlung einer Stimmung, richtiger eine vorübergehende Verstimmung, die, durch äußere Ursachen bedingt, morgen wieder umschlagen kann. Es hat keine Wandlung der Gesinnung stattgefunden. Die zionistische Denkart hat wohl einen Riß aufzuweisen, ist mehr oder weniger erschüttert, stellt selbst immer neue Krisen fest; sie bleibt jedoch oberflächlich und bequem wie zuvor, verharrt in ihrem politischen Leichtsinn, in ihrer moralischen Haltlosigkeit; sie vermag nicht zu einer neuen Erkenntnis und Sinnesart sich emporzuheben und hilft sich über alle Krisen, die nur Teilerscheiungen eines Grundübels sind, mit neuen Halbheiten und Inkonsequenzen hinweg. Es muß daher wiederum — die Klugen und Praktischen werden wiederum überlegen lächeln, aber wie lange noch? — gewarnt werden: Aendern wir nicht unsere politische und soziale Orientierung, die freilich eine tiefgehende reinigende Wandlung unserer moralischen Mentalität voraussetzt, verbinden wir uns nicht rechtzeitig mit den Mächten von morgen, mit den Entrechteten und Unterdrückten, mit den um Freiheit ringenden Völkern; wollen wir unsere Ansprüche durch Unterstützung einer Gewaltpolitik erobern und nicht durch Leistungen erarbeiten, beglaubigen und erweitern; wollen wir als Herrscher ins Land kommen und sprechen wir im militaristischen Geiste von einer Verdrängung der Araber; bauen wir unsere Poli- 14