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Freie zionistische Blätter · 1921-01-01 · 1 (1.1921) · p. Seite 66

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Journal
Freie zionistische Blätter
Volume
1 (1921)
Issue
1 (1.1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 66 (sequence 68)
Language
German
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A m i t a £. sung der Frage möglich ist. Niemals wird Litauen sich mit einem polnischen Wilna abfinden; nie wird Polen sich mit einem litauischen Wilna zufrieden geben. Steter Hader und Kampf zwischen diesen beiden Staaten ist unvermeidlich; und die Leidtragenden werden in erster Reihe die Juden Wilnas sein, die für den Kampf um die Stadt bereits mit Pogromen und unaufhörlicher Drangsalierung büßen mußten. Wäre es nicht ein Gebot der Gerechtigkeit, zudem auch ein Gebot der Klugheit, die Stadt dem Zank der beiden Länder zu entrücken, sie zu neutralisieren und zu einer Freistadt zu erheben, zu einem umfriedeten neutralen Zentrum wirtschaftlichen, und kulturellen Gedeihens? Ist es nicht absurd, daß nock kein einziger europäischer Politiker auf diesen Ausweg verfallen ist? Und ist es nicht absurder noch, ein blamabler Beweis dafür, wie sehr die jüdische Politik aller Ideen bar, wie ängstlich und geistlos sie ist, daß auch sie noch, nicht die Forderung einer Neutralisierung Wilnas gesteilt hat? Ja, die Angelegenheit ist mit Wilna noch gar nicht erledigt. Was für Wilna gilt, gilt noch für eine ganze Reihe anderer Städte des Ostens. Grodno, B i a 1 y s t o k„ Dünaburg, Minsk, Pinsk, sie sind alle umstrittene Städte. Polen und Litauer und Weißrussen und Großrussen kämpfen um diese Städte, und jede Lösung, die versucht ward, wurde von der unterlegenen Partei als ungerecht erklärt. Und mit Recht. Denn jede bisherige Regelung war ungerecht, mußte es sein, weil all diese Städte weder russisch noch polnisch noch litauisch sind, sondern: jüdisch, Städte mit großen jüdischen Majoritäten. Warum nun nicht sie alle neutralisieren, warum nicht einen jüdischen Städtebund gründen, so etwas wie eine neue Hansa;r 66

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