Freie zionistische Blätter
- Journal
- Freie zionistische Blätter
- Volume
- 1 (1921)
- Issue
- 1 (1.1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Schweigen «iMiiiiUHiiiiutmiiiiituutiiiHtiuuiiiiMmituiiiuuiiutm sten Interesse mit Leidenschaft verhafteter Leser morgens, mittags und des Abends. Aerzte halten Konferenzen ab? Sie berichten. Militärs äußern sich über Zukunft des deutschen Heeres und der Flotte? Sie haben Spalten. Irgendein magerer Geist entfaltet sich in einem Wälzer? Der Feuilletonchef ist selig, ein Referat über die halbe Seite hin ausbreiten zu dürfen — zu schweigen vom Theater. Der Kämpf um ein Kaiserdenkmal in Eger wird zur „furchteinflößenden" Protestaktion ausgewalzt. Die Erde bebt in Siam? Ein Kruzifix tut Wunder in Lima? Immer heran, meine Herrschaften, wir haben alles. Wir haben Filmkritik und Modeschau, das letzte Bulletin der Leibärzte unserer Kaiserin und vor allem die schwarze Schmach — vom Bolschewistenscheusal zu schweigen. Auch die Abneigung gegen Polen ist auf Lager und deutliche Proteste gegen die Säbelherrschaft in Ungarn. Denn wir sind gegen jegliche Diktatur — außer der des Lesers., Ukraine? Wer herrscht denn da jetzt? Ach, Petljura vermutlich. Wer kann in dem Kuddelmuddel sich auskennen. Gehn Sie mir mit Ukraine. 4- Im Frieden sandte man stolz seinen Spezialkorrespondenten nach Messina, wenn der Vulkanismus es wagte, gegen die Zivilisation zu murren. Und im Kriege hatte man einen Stab von Berichtern, der zum Stab der A.O.K.'s eine formidable Anhänglichkeit bekundete. Herr des Himmels, war man auf der Höhe! Heute? Man lege mir die Ausschnitte vor, in denen die Frankfurter Zeitung, das Berliner Tageblatt, die Vossische 59