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Freie zionistische Blätter · 1921-01-01 · 1 (1.1921) · p. Seite 30

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Journal
Freie zionistische Blätter
Volume
1 (1921)
Issue
1 (1.1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
Language
German
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Jakob Kl a t z k i n einem anderen Mißtrauen: von einem Mißtrauen gegen die siegreiche Politik des Imperialismus. Man mißtraue ihr, auch wenn sie Geschenke gibt. Wie die Macht des « Guten zuweilen auch vor bösen Mitteln nicht zurückschreckt, so ist es der Macht des Bösen eigen, auch gute Mittel nicht zu verschmähen. Der idealistisch gerichtete Glaube vertraut eben der Kraft des Guten, unbeirrt von den abschreckenden Begleiterscheinungen, mißtraut der Kraft des Bösen, unbeirrt von ihren oft verführerischen Scheinwerken des Wohlwollens. Hätte etwa der Zionismus keine Bündnisse mit imperialistischen Mächten schließen dürfen? Der in diesem Glauben und in diesem Mißtrauen erprüfte Zionismus wäre erst recht legitim, solche Bündnisse einzugehen. In richtiger Einschätzung der in der Agonie liegenden Machtpolitik würde er, im Vertrauen zur unterirdischen Wirklichkeit von morgen und übermorgen, mit den Mächten von heute ruhigen Gewissens paktieren; ohne das Schicksal unseres Volkes mit ihrem Schicksal zu verbinden, ohne das Los unseres nationalen Freiheitskampfes von dem Los der Ausbeutungspolitik abhängig zu machen. Allerdings wäre dies keine „Ehe, die im Himmel geschlossen wird" . . . Aus einer solchen Grundstimmung ergäben sich ganz andere Methoden für die äußere und noch mehr für die innere Politik des Zionismus: andere Methoden der Propaganda, andere Methoden der Werbetätigkeit. Er würde nicht sagen: Es ist nun erreicht, jubelt, Freunde! Oder: Die Stunde der Erlösung hat geschlagen — alles hängt nur von unserer Geschicklichkeit und vom Gelde ab; wir brauchen jetzt nicht Gesinnung und Idealismus, sondern kluge Diplomatie und klug angelegtes Kapital. Vielmehr würde er sagen: 30

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