Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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— 27 — E. Frauenscliule. a) Allgemeines. Die Organisation der Frauenschule ist mit Genehmigung des Herrn Ministers eine von der Normalform etwas abweichende und den lokalen Bedürfnissen angepasste. Sie ist, fürs erste wenigstens, als eine einjährige gedacht, und da die Verhältnisse es zur Zeit noch nicht gestatten, einen richtigen Haushaltungsunlerricht einzuführen, ist, den allgemeinen Bestimmungen vom August 1909 entsprechend, eine verstärkte Kindergartenunterweisung von 9 Wochenstunden eingeführt, von denen 3 auf Theorie, 6 auf die Praxis fallen. Die praktische Beschäftigung findet in dem Markus und Johanna Oppenheimerschen Kindergarten für Israeliten statt, dessen Verwaltung und Leitung für das freundliche Entgegenkommen, das sie uns stets bewiesen, an dieser Stelle der herzlichste Dank ausgesprochen sein möge. Ferner ist mit Genehmigung des Herrn Ministers eine Erweiterung der Aufgaben der Frauenschule derart vorgenommen, dass in diesem Jahre — die Schülerinnen der vorjährigen 1 Mädchen-Klasse haben in dem Uebergangsjahre 1909/10 schon eine kaufmännische Ausbildung genossen — ein dreistündiger, mehr repetitorischer, vom nächsten Jahre an aber ein elfstündiger Handelsunterricht vorgesehen ist, an dem sich diejenigen Schülerinnen beteiligen können, die sieh für ihr späteres Leben auch die Möglichkeit offen lassen wollen, einmal in ein Geschäft einzutreten. Natürlich ist Sorge dafür getragen, dass durch diese Einführung der Charakter der Frauenschule nicht verwischt wird. Die Erfahrungen der früheren Jahre, in denen sich die Selekta in dieser Weise gabelte, hat uns gelehrt, dass bei solcher Organisation nicht zu fürchten ist, dass die Klasse zu einer reinen Fachklasse werden könnte, dass aber auch das im Handelsunterricht Gebotene für die späteren Anforderungen des praktischen Lebens vollauf genügt. Angesehene Leiter grosser Firmen haben uns beraten und zu unserer Genugtuung festgestellt, dass die von uns entlassenen Mädchen sich durchaus auf den Posten bewährt haben, auf die man sie stellte. Für unsere besonderen religiösen Bedürfnisse, die Einführung unserer jungen Mädchen in die Praxis des jüdischen Haushalts, ist gleichfalls Sorge getragen und wird in erweitertem Masse Sorge getragen werden. Man schlage diesen Punkt nicht zu gering an. Wohl ist es in erster Linie die Aufgabe der Mütter, ihre Töchter in diesen Dingen zu unterweisen, aber die Erfahrung hat es vielfach gezeigt, dass die Belehrung durch die Schule doch eine sehr wünschenswerte, wenn nicht in vielen Fällen sogar notwendige, ist. Um eine schnelle Orientierung über die Unterrichtsgegenstände der Frauenschulklasse zu ermöglichen, sei eine Stundentafel der ausführlichen Pensenverteilung vorausgeschickt. Frauenschule der Israelitischen Religionsgesellschaft. Normalform Schuljahr 1910/11 fortan 2 St. 2 St. 2 St. 5 St. — — Kindergartenunterweisung .... 4 St.! 9 St. 9 St.