Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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— 33 — unsere Zöglinge im September unter sachkundiger Führung in Begleitung ihrer Lehrer mit sichbarem Erfolge besucht. Auch an »der am 26. Oktober eröffneten Ausstellung des Frankfurter Archivs für Kunsterziehung „Das bildschaffende Kind" war unsere Schule mit mehreren Zeichnungen ihrer Knaben und Mädchen beteiligt. Fast sämtliche Klassen besuchten die Ausstellung unter Führung unseres Zeichenlehrers Herrn Jeidel. Zur Durchführung der Schulreform veranstaltete das Provinzialschulkollegium einen erdkundlichen Lehrgang vom 29. Oktober bis 3. November an hiesigen Oberrealschulen und einen ebensolchen staatsbürgerlichen vom 3. bis 6. Dezember teils hier, teils in Wiesbaden. Zur Teilnahme an beiden Lehrgängen war von unserer Schule Herr Lyzealoberlehrer Ochsenmann einberufen. Beeinträchtigt wurde der Unterricht in den letzten Wochen durch den Kohlenmangel. Zwar brauchte dank der Bemühungen unseres Oekonomen Herrn Heinrich Kahn und der Umsicht unseres Hausmeisters Herrn Klarmann die Schule nicht gänzlich geschlossen zu werden, aber der Nachmittagsunterricht mußte 14 Tage lang, der Turnunterricht 3 Wochen lang ausfallen. Der Gesundheitszustand der Kinder und des Kollegiums war befriedigend. Besonders erfreulich ist die Tatsache, daf3 während der Grippezeit keine Klasse geschlossen werden mußte. Wenn auch die Tätigkeit eines Schularztes nur Aufgaben beratenden, nicht behandelnden Charakters hat, so erweist sich doch immer mehr, wie segensreich die Einrichtung der schulärztlichen Fürsorge für unsere Kinder ist. Auch in diesem Schuljahre konnten erholungs- und kurbedürftige Knaben und Mädchen, die von unserem Schularzte und unserer Schulpflegerin nach gesundheitlichen und sozialen Gesichtspunkten ausgesucht wurden, einen mehrwöchigen Erholungsbezw. Kuraufenthalt in Dürrheim, Kreuznach, Nauheim oder Wyk a. Föhr geniessen. Der Jüdischen Frauenvereinigung sowie der Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege sprechen wir auch an dieser Stelle unseren wärmsten Dank dafür aus, daß sie es uns ermöglichten, diese Kuren für unsere Kinder zu erwirken. Auch" der verehrl. Verwaltung des von Rothschild'schen Kinderhospitals danken wir herzlichst für die Aufnahme einer größeren Anzahl erholungsbedürftiger Mädchen. Gleiche Anerkennung zollen wir auch dem Zahnarzte Herrn Dr. Saffra für seine uneigennützige Betätigung in unserer Schule. Mit dem Ablauf des Schuljahres 192ö'29 ist die zweite Gesamtuntersuchung der Zöglinge beendet worden. Auch in diesem Jahre wurden 33 Knaben und Mädchen mit Haltungsfehlern und leichten Verkrümmungen der Wirbelsäule der orthopädischen Turnstunde, überwiesen, die seit April 1927 an unserer Schule eingeführt wurde und unter Leitung unserer eigens dazu vorgebildeten Turnlehrerin steht. Erfreulicherweise wurden, vor allem aus Anlaß des Jubiläums, einige Freiplatzstiftungen im Laufe des Jahres wieder errichtet, eine Anzahl neu geschaffen. Frau Dr. Abraham Hirsch, Halberstadt, und Herr und Frau Albert Mainz, hier, haben frühere Freiplatzstiftungen wieder aufleben lassen. Die Kinder und Enkel des Herrn Selig Goldschmidi, hier, ebenso Herr und Frau Jakob Michael, Berlin, stifteten je 2 Freiplätze, Herr Michael Eisemann, hier, Herr Julius Schönmann, hier, Herr Victor Weissberger, London und Herr M. M., Berlin, stifteten je 1 Freiplatz.