Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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— 36 — 1. Juni 1908. Königh Pov.-Schulkollegium fordert Bericht über Massnahmen bei Feuersgefahr. 17. Juli 1908. KönigL Prov.-Schulkollegium übersendet Ministerialerlass laut dessen Dispensationen vom Turnunterricht nur zu gewähren sind, wenn ärztliches Attest zu befürchtende Schädigung der Gesundheit feststellt, nicht bei Bleichsucht u. s. w. III. Chronik der Schule. Das Schuljahr begann Montag, den 27. April 1908 und schliesst Montag, den 29. März 1909. Zu Beginn des Schuljahres traten die Herren H. Reich und Dr. J. Bre uer in das Lehrerkollegium ein, letzterer, sowohl um in einigen Klassen den hebräischen Unterricht und den in Geschichte und Erdkunde zu übernehmen, als auch zum Teil noch zur Vertretung des bis zum 1. Juli d. J. beurlaubten Herrn Dr. M. Lange, der an die Realschule der Israelitischen Relixionsgesellscbaft berufen war, seine frühere Stellung aber nicht vor den Sommerferien verlassen konnte. Den mathematischen Unterricht, den er erteilen sollte, übernahm Herr Kandidat Heinrich Lomb. Ferner wurde Herr Josef Kaufmann von dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium unserer Schule zur Ablegung seines Probejahres überwiesen und übernahm neben seinen Pflichtstunden für das ganze Jahr noch den Unterricht im Französischen in beiden Quarten. Im ersten Semester fiel der Unterricht an 6 Nachmittagen der Hitze wegen aus. Im Winter wurde den Schülern an einigen Tagen durch Ausfallen des Unterrichts Gelegenheit zum Eislauf gegeben. Am 24. Juni fand am Tage der lOOsten Wiederkehr des Geburtstages des Gründers der Anstalt, Samson Raphael Hirschs, eine Schulfeier in grösserem Umfange statt. Da es uns daran lag, den Eltern unserer Schüler Gelegenheit zu geben, dieser Feier beizuwohnen, und die Räume der Schule nicht ausgereicht hätten, waren wir gezwungen, den Schulaktus in den Räumen des Neuen Kaufmännischen Vereins abzuhalten. Nach einleitendem Gesänge begrüsste Herr Rabbiner Dr. Breuer die Erschienenen im Namen des Schulrats und führte in längerer Rede aus, in welchem Sinne die Feier eines derartigen Tages für uns nur Sinn haben könnte. Mit einem warmen Appell an alle Anwesenden, sich durch diesen Tag aufs neue für die Ziele begeistern zu lassen, die dem Stifter der Schule vorgeschwebt hätten, schloss er seine Darlegung. Es folgten dann Deklamationen und die eigentliche Festrede, die der Unterzeichnete hielt, und in der er die ganze Wirksamkeit Samson Raphael Hirschs, zu der ja auch in hervorragendem Masse die Gründung und Leitung der Schule gehört, als eine einheitliche zu schildern versuchte. Nach einer weiteren Deklamation ergriff im Namen des Vorstandes, Herr Jacob Rosenheim das Wort an die hier versammelte Jugend, der er eine Beschäftigung mit den Schriften des grossen Mannes, dessen Geburtstag an diesem Tage begangen werde, warm ans Herz legfe. Mit dem Schlussgesang „Der Herr ist mein Hirtea schloss die stimmungsvolle Feier. Am 21. Mai fand, von gutem Wetter begünstigt, ein Schulausflug statt. Einzelnen Klassen wurde auch später gestattet, an einem Nachmittage unter Führung ihrer Ordinarien kleine Exkursionen zu machen»