Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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— 26 — III Chronik der Schule. Das Schuljahr begann am 19. April 1906 und sehiiesst am 21. März 1907. Da die Teilung der bisherigen Sexta auch in der Quinta bestehen bleiben musste und Herr Dr. M. Lange einem Rufe an die Talmud-Thora-Sehuie in Hamburg gefolgt war, traten Herr Oberlehrer Dr. M. Schüler, der bisher als Oberlehrer in Mainz und Herr S. Adler, der bisher als Lehrer an der Präparandenanstalt in Burgpreppach gewirkt hatte, in das Kollegium ein. Die Sommerferien begannen am 6. Juli und schlössen am 7. August. Der Unterricht fiel im Sommer der anhaltenden Hitze wegen lOmal aus, im Winter wurden zweimal Eisferien gegeben. Die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers wurde h herkömmlicher Weise durch Deklamation patriotischer Gedichte und den Vortrasr ebensolcher Lieder begangen. Die Festrede hielt Herr Oberlehrer Dr. Schüler. Das von Sr. Majestät für einen pflichttreuen Schüler übersandte Buch wurde dem Sekundaner Isak Posen zugesprochen. Am 15. August wurde Herrn Oberlehrer Altmann '"und am 24. Dezember Herrn Oberlehrer Dr. Fink der Charakter als Professor verliehen, den Herren wurde bald darauf der Rang der Räte IV. Klasse beigelegt. Am 7. und 8. Januar fand ein Winterfest der Schule in den Räumen der Frankfurt- Loge statt. Ein reichhaltiges Programm hatte eine grosse Anzahl von Freunden der Schule zusammengeführt, und der lebhafte Beifall, der den einzelnen Darbietungen gespendet wurde, bewies, dass unsere Gäste befriedigt, waren. Eine besondere Freude war es uns, zu sehen, dass auch ehemalige Schüler und Schülerinnen zum Gelingen unserer Vorstellung beizutragen sich bemühten Ihnen allen, besonders Frl. M. Schames, deren Prolos: reichen Beifall fand, und Frl. H. Posen, deren gefällige Märch en dich tun g .Wir lasen es im "Bilderbuch* gleichfalls die verdiente Anerkennung fand, sowi* den Damen und Herren des Kollegiums, die sich in aufopfernder Weise in den Dienst des Festes gestellt hatten, sei an dieser Stelle unser Danl ausgesprochen. Der Gesundheitszustand der Schüler und Schülerinnen war im allgemeinen befriedigend. Doch'müssen wir leider des frühen Heimganges eines lieben Schülers, Arthur Igcrsheimer * gedenken. Ein braver Schüler und treuer Kamerad, hatte er sich die Liebe ' und Freundschaft seiner Lehrer und Mitschüler erworben, und mit aufrichtiger Sorge verfolgten alle den Verlauf der tückischen Krankheit, die Hin in jugendlichem Alter schon ergriffen hatte, und die Nachricht seines doch ganz unerwartet eingetretenen Todes ergriff alle Herzen.1 An der Bahre des so früh Heimgegangenen versuchte der Unterzeichnete den Gefühlender Trauer und des innigen Mitgefühls, von denen Schüler und Lehrer beherrscht waren, Ausdruck zu geben. Das Lehrer-Kollegium hatte gleichfalls einen Toten zu beklagen, den Heimgang eines treuen ehemaligen Kollegen, des Herrn Professors Dr. H. Portmann. An seinem Grabe schilderte der Unterzeichnete die Pflichttreue und den Eifer, den der Verstorbene alle Zeit seiner Tätigkeit bewiesen und sprach ihm noch besonders den Dank für die musterhafte Führung des Direktorats im Jahre 1900-1 aus. Auch an dieser Stelle sei dieser Dank wiederholt, und auch hier sei das volle Verständnis hervorgehoben, das Herr Professor Portmann den religiösen Interessen der Anstalt stets entgegengebracht hat. Ehre seinem Andenken!