Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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— 26 — 19. Februar 1906. Königl. Prov.-Schulkollegium genehmigt die Verlegung der Pfingstferien so, dass sie sich an das jüdische Wochenfest anschliessen. 9. Februar 1906* Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet Ministerialrescript betr. Dispensation vom Zeichenunterricht, die nur in ganz besonderen Fällen gewährt werden soll. III- Chronik der Schule. Das Schuljahr begann am 1. Mai 1905 und schliesst am 2. April 1906. Mit Ostern 1905 wurde die Teilung der Sexta notwendig. Da von der Anstellung einer neuen Lehrkraft vor Ostern 1906 abgesehen werden musste, traten die Herren Dr. Marcus Lange, Ehrenreich und Zwengel mit Genehmigung des Königl. Prov.-Schulkollegiums für das laufende Schuljahr in das Kollegium ein. Die Sommerferien begannen am 8. Juli und schlössen am 7. August. Der Unterricht fiel im Sommer an 8 Nachmittagen der Hitze wegen aus, im Winter wurden einmal Eisferien gegeben. Die 100. Wiederkehr des Todestages unseres Schiller wurde durch eine Schulfeier begangen, bei der Herr Oberlehrer Dr. Caro die Festrede hielt. 29 Exemplare der vom Königl. Prov.-Schulkollegium übersandten Schrift „Warum feiern wir Schillers Todestag?" wurden bestimmungsgemäss verteilt, ausserdem erhielten alle Schüler und Schülerinen der oberen Klassen je ein Exemplar der im Jahre 1859 bei der Schillerfeier von Rabbiner S. R. Hirsch h'M in der Schule gehaltenen Festrede. Die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und die der Silberhochzeit Ihrer Majestäten wurde in herkömmlicher Weise durch Deklamationen -patriotischer Gedichte und den Vortrag ebensolcher Lieder begangen. Die Festrede am 27. Januar hielt Herr Prof. Strenger, die am 27. Februar der Unterzeichnete. Am 31. Januar wurde Herrn Oberlehrer A. Weyl der Charakter als Professor verliehen. Der Gesundheitszustand der Schüler und Schülerinnen war zwar im grossen und ganzen ein guter, doch kamen in zwei Klassen, in 2. Vorschulklasse und in der 6. Mädchenklasse, im letzten Quartal so viele Erkrankungen an Masern vor, dass wir auf Anordnung des Kreisarztes, dem der Unterzeichnete darüber berichtete, die Kinder, welche diese Krankheit noch nicht gehabt hatten, nach Hause schicken mussten, so dass zeitweise die 2. Vorschulklasse nur von 14 statt 33 Schülern, die 6. Mädchenklasse nur von 9 statt 25 Schülerinnen besucht wurde. Leider müssen wir auch in diesem Jahre des Heimganges einer lieben Schülerin gedenken. In den ersten Tagen der Sommerferien starb nach ganz kurzem Krankenlager im zarten Alter von 8 Jahren Elsa Dahlheim, der Liebling ihrer Mitschülerinnen und ihrer ^Lehrer. Ihr freundliches, liebevolles Wesen, ihr reger Eifer und ihre, bei aller Anerkennung, die sie fand, sich gleichbleibende Bescheidenheit hatten ihr alle Herzen gewonnen und Hessen alle den herben Verlust, den die Eltern erlitten, innig mitempfinden. Herr Professor Weyl gab in Vertretung des von Frankfurt abwesenden Unterzeichneten der Trauer der Schule an dem Grabe der lieben Kleinen in Worten Ausdruck.