Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1905
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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— 28 — 18. April 1904. K. P. S. genehmigt mit Zustimmung Sr. Exellenz des Kultusministers die Einrichtung eines Fortbildungskursus, zuuächst auf 1 Jahr. 22. April 1904. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet ein Ministerialrescj ipt über Vorscnriften, die bei Aufnahme von Schülern auf Grund eines Abgangszeugnisses zu beachten sind. 28. Sept. 1904. Königl. Prov.-Schulkollegium übersendet Ministerialrescript betr. Fassung der Zeugnisse über bestandene Schiussprüiüng und des Berechtigungsscheins zum Einjährig-Freiw. Dienste. 15. Nov. 1904. Königl. Prov.-Schulkollegium genehmige Einführung von Plate- Kares-Tanger. iV- Chronik der Schule. Das Schuljahr begann am 11. April 1904 und schliesst den 11. April 1905. Zu Beginn des Jahres traten Herr Dr. Guggenheim als wissenschaftlicher Hilfslehrer und Herr Ochsenmann als Lehrer der Vorschule in das Kollegium ein. Die Sommerferien begannen am 2. Juli und dauerten bis zum 2. August. Der Unterricht hei im Sommer an 8 Nachmittagen der Hitze wegen aus. Am 31. Mai fand ein grösserer Schulaustiug statt. Die oberen Klassen suchten den Odenwald auf und luhren nach Jugenheim, um von dort über Felsberg nach Auerbach zu wandern, während die mittleren Klassen nähere Ausflüge in den Taunus und die untersten Spaziergänge in den Stadtwald bezw in der nächsten Umgebung Frankfurts machten. Die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers wurde in herkömmlicher Weise durch Deklamationen patriotischer Gedichte und den Vortrag ebensolcher Lieder begangen, die Festrede hielt Herr Professor Dr. Sulzbach. Das von Sr. Majestät zur Auszeichnung eines besonders pflichttreuen Schülers der oberen Klassen geschenkte Buch „ Wislicenus, Deutschlands Seemacht" wurde dem Primaner Emil Gottlieb zugesprochen. Im Winter wurden drei Nachmittage zum Eislauf freigegeben. Am 20. Februar d. J. wurde Herrn Oberlehrer F. Zander der Charakter als Professor verliehen. Der Gesundheitszustand der Schüler und Schülerinnen war in diesem, durch Iniiuenzaerkrankung so schweren Jahre ein verhältnismässig guter. Aber leider haben wir wieder den Tod einer lieben Schülerin, Paula Meyer, zu beklagen, die zu Beginn des Winters einem schweren, mit grosser beduld ertragenem Leiden erlag. Ein in jeder Weise pflichttreues Kind, dessen Herzensgute sich überall bewährte, war sie Lehrern und Mitschülerinnen teuer und lieb geworden, und die Schule betrauert mit den schwergetroffenen Eltern ihren Tod auf das innigste. Auch in die Reihen des Kollegiums hat der Tod grosse Lücken gerissen. Wenige Wochen, nachdem er in den Ruhestand getreten, wurde Herr M. Löwenthal in ein besseres Jenseits abgerufen; es war, als habe er ohne die Schule, der er 40 Jahre so treue Dienste geleistet, nicht leben können. Kurze Zeit darauf folgte ihm Herr Ludwig Schäfer, der als Turnlehrer 17 Jahre an unserer Anstalt tätig war und gar manchen Beweis seiner An-