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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1882-01-01 · 1882 · page 7

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oder die für Erwerbung eines Bauplatzes, für den Bau selbst und die innere Einrichtung erforderlichen sehr bedeutenden Geldmittel aufzubringen, wenn nicht unsere hochverehrlichen Mitglieder Freiherr und Freifrau Wilhelm Carl von Rothschild die Mittel zum Neubau in hochherzigster Weise bewilligt hätten. Es war nun unsere Aufgabe, für einen geeigneten Bauplatz Sorge zu tragen, der möglichst frei gelegen, sich in nicht zu großer Entfernung von den Wohnungen der Schüler und Schülerinnen befand. Nachdem nach verschiedenen Seiten hin Verhandlungen eingeleitet worden, aber wieder abgebrochen werden mußten, weil sich die betreffenden Terrains als für unsere Zwecke nicht völlig geeignet erwiesen, wurde der südliche Teil des ehemaligen Garnison-Lazarett» an dem Tiergarten von der Militärbehörde käuflich erworben. Ein ansehnlicher Teil des Kaufgeldes wurde durch freiwillige Beiträge unserer verehrlichen Mitglieder gedeckt. Um einen vollständig zweckentsprechenden Bauplan zu erlangen, wurden zwei Preise ausgeschrieben und ein Preisgericht zur Beurteilung der einlaufenden Projekte niedergesetzt. Die Herren Architekten Bluntschly, Bauinspektor Hottenrott und Bauinspektor Rügemer, sowie der geheime Sanitätsrat Herr Dr. Yarrentrapp hatten die Güte, auf unser Ersuchen dieses so wichtige und verantwortliche Amt zu übernehmen. An dieser Konkurrenz beteiligten sich 38 hiesige Architekten und wurden uns für die Sitzungen des Preisgerichtes, für die Aufstellung der Zeichnungen und für die spatere öffentliche Ausstellung derselben von der Polytechnischen Gesellschaft mit anerkennenswerter Bereitwilligkeit Säle in deren Gesellschaftshause, dem ehemaligen StädePschen Institut, zur Verfügung gestellt. Von dem Preisgerichte wurden die Projekte der Architekten Ph. Strigler und J. Lieblein prämiiert und zugleich derErstere zur Ausführung empfohlen. Demgemäß wurde demselben auch die Ausarbeitung des definitiven Bauplanes auf Grund der beiden prämiierten Projekte, sowie die Leitung des Baues übertragen. Auf Grund einer engeren Konkurrenz wurde Herr Bauunternehmer Franz Brofft mit der Ausführung des Baues betraut. Was nuu das Schulhaus selbst anbelangt, so hat dasselbe die Form eines lateinischen T, der obere Teil desselben, die Fa^ade am Tiergarten, enthält die Knabenschule, die Direktor- und Pedellenwohnung, der mittlere Teil, der Querbau, enthält die Mädchenschule, sowie verschiedene, zur abwechselnden Benutzung von Knaben und Mädchen bestimmte Säle und trennt zugleich den Knabenspielhof von dem Mädchenspielhof, den unteren Teil bildet die Turnhalle, welche zugleich als Aula benützt wird. Neun Klassen liegen nach Osten, 12 nach Süden und nur 2 nach Norden, die Westseite ist als für Schulzwecke un- N genügend ganzlich vermieden worder. Ich habe nun noch namens des Vorstandes unseren herzlichsten und innigsten Dank auszusprechen in erster Linie dem Freiherrn und der Freifrau Wilhelm Carl von Rothschild für ihre hochherzige Widmung, sodann den verehrlichen Mitgliedern, welche Beiträge für den Bauplatz gespendet haben, den Mitgliedern des Preisgerichtes für ihre so hochwichtige Mühewaltung, der Polytechnischen Gesellschaft für ihr Entgegenkommen, dem Herrn Architekten für dessen kunstreiche Entwürfe,' und tüchtige Bauleitung, dem Herrn Bauunternehmer für dessen gediegene und solide Bauausführung und endlich Allen denen, welche den Bau gefördert, zu dessen Gelingenbeigetragen haben. Nachdem nun der Bau vollendet und in allen Teilen fertig gestellt ist, übergebe ich denselben namens des Vorstandes der Schulverwaltung und stelle denselben zugleich unter die Obhut der staatlichen und 'städtischen Behörden. So möge denn der allgütige Vater im Himmel dieses Gebäude beschützen und beschirmen, möge dasselbe eine Heimstätte, werden ächter, wahrer Jugendbildung, mögen aus derselben Männer und Frauen hervorgehen, die der Schule und der Vaterstadt zur Ehre gereichen, das walte Gott! Sodann ergriff der Direktor das Wort, und sprach zunächst auch im Namen der Schule Worte des Dankes an die hochherzigen Stifter, deren Verdienst um dieses Haus die Gedenktafel kommenden Geschlechtern künde; an die Gemeinde und ihre Vertreter, die in einmütiger Hingebung die reichen Mittel gespendet und bereit gestellt, die die Erwerbung eines für den Schulzweck so überaus günstig gelegenen Platzes und die in jeder Beziehung zweckmäßige Ausstattung des Hauses ermöglicht; an die Preisrichter, die ihr reiches Wissen der Ermittelung des für unsere Zwecke entsprechendsten Planes gewidmet; an den Architekten, (Jer mit so sichtlicher Vertiefung in seine Aufgabe ein solchesBchulhaus hingestellt habe; an die Herren vom Baucomite, und namentlich an dessen Vorsitzenden, der mit unermüdlicher Hingebung für die .Förde-.

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