Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1880
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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— 24 — Aus den vorstehenden Tabellen ergeben sich folgende Sätze: 1. Beim Vermischen verschiedenartiger Lösungen findet stets eine Verdichtung statt. 2. Die Kontraktion ändert sich mit der Temperatur; und zwar wird im allgemeinen mit der Temperaturzunahme eine Abnahme der Kontraktion beobachtet. 3. Die Größe der Kontraktion wächst mit der Konzentration der vermischten Lösungen. 4. Die Kontraktion ist bei allen Mischungen, deren Salze disponiert sind, sich gegenseitig umzusetzen, größer, als bei den Mischungen, in denen beide Salze unverändert bleiben. Diese letzte Erscheinung kann nun dazu dienen, die Größe der Kontraktion zu benutzen, um das Berthollet'sche Gesetz zu prüfen. Mischt man nach Berthollet zwei Lösungen, deren Salze aus Verbindungen verschiedener Basen und Säuren bestehen, so zersetzen sich die Salze in der Weise, daß alle vier möglichen Kombinationen entstehen. In qualitativer Beziehung findet das Berthollet'sche Gesetz durch die Resultate mehrerer Untersuchungen seine Bestätigung. Than *) bewies dasselbe durch die Löslichkeitsverhältnisse der Salze KCl und Na2 SÜ4, K Cl und Na NO3. Gerland 2) suchte aus den Spannkräfteverminderungen der Dämpfe aus Lösungen von Na Cl und K NO 3, K Cl und Na NO3, Na Cl und K2 SO4, K Cl und Na2 SO4 einen Beweis für das Gesetz herzuleiten. Glädstone 3) benutzte zu diesem Zwecke die Diffusionsverhältnisse der Salzlösungen. Regnauld4) und K. Hof mann 5) versuchten das Berthollet'sche Gesetz durch das Brechungsvermögen zersetzbarer Salzlösungen zu beweisen. Nach den angeführten Untersuchungen muss man annehmen, daß beim Vermischen zersetzbarer Salzlösungen wirklich eine Umsetzung im Sinne Berthollet's stattfindet. Eine quantitative Prüfung dieses Gesetzes, welche Gladstone und Hof mann unternahmen, führte jedoch zu keinem befriedigenden Resultate. Der Grund hiervon liegt teils in den geringen Unterschieden, welche die Intensitäten der benutzten Eigenschaften der Salzlösungen zeigen, teils in der Kontraktion, welche stets beim Akte der Mischung eintritt und in den Eigenschaften eine Modifikation hervorbringt. Die Beiweise, welche für die Richtigkeit des Berthollet'sehen Gesetzes beigebracht werden, sind daher, solange das Gesetz nicht in quantitativer Beziehung geprüft ist, immer nur Wahrscheinlichkeitsbeweise. Einen solchen Wahrscheinlichkeitsbeweis können wir nun auch aus der Größe der Kontraktion . herleiten, welche beim Vermischen zersetzbarer Salzlösungen beobachtet #wird. Diese Kontraktion muß nämlich der Natur der Sache nach in zwei Teile zerlegt werden, in eine Verdichtung, welche durch die gegenseitige Umsetzung der gelösten Salze bedingt ist, und in eine Verdichtung, welche dadurch hervorgerufen wird, daß die neu entstandenen Lösungen sich inniger mit einander verbinden. Ist nun die zweite Kontraktion ihrer Größe nach bekannt, so ergiebt sich die erste Kontraktion als die Differenz zwischen der Gesamtkontraktion und der zweiten Kontraktion. Die letztere ist aber nie mit Bestimmtheit zu ermitteln. Wenn wir jedoch annehmen dürfen, daß dieselbe, wie sie bei den Mischungen von Na Cl und K Cl, *) Than, Magyar termeszettu domänyi tärsulat közlönye. 1865. Bd. V. p. 29. 2) Gerland, Pogg. Ann. Bd. CXXIV. p. 179. 3) Gladstone, Chem. News. Bd. IL p. 97. *) Regnauld, Berl. Ber. 1863 p. 175. 5) Hofmann, Pogg. Ann. Bd. CXXXIII. p. 575.