Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1865
- Date
- 1865-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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— 24 — Angelegenheiten des Putzes, der Tafel und des Besitzes eine viel größere Beachtung finden, mit viel größerer Wich" tigkeit besprochen werden, als die Angelegenheiten der Erkenntlich und der Sittlichkeit; wenn wir auch nur Wissen und Bravsein vor Allem deshalb anpreisen, weil Kenntnisse zu Brod und Vermögen führen nnd Vravsein zum Fortkommen gehört; wenn aus unserm ganzen Reden und Thun unseren Kindern nicht die Ueberzeugung von der doch ganz unvergleichlich höhern Werthschätzung entgegenleuchtet, die wir den geistigen und sittlichen Beziehungen und Zielen an sich um ihrer selbst willen zuerkennen: so wird die Atmosphäre, in welcher unsere Kinder für die Meisterschaft in der sittlichen Kunst gewonnen werden sollen, mit Elementen geschwängert, die alles sonstige noch so häufige Moralisten und Predigen gründlich vereiteln. Wer die Weisheit hochachtet, lehrt ein altes Wort, ist selbst ein Lehrer der Weisheit, und die Hochachtung, die wir den geistigen und sittlichen Interessen zollen, wird nnsern Kindern selbst der mächtigste Antrieb Geistiges nnd Sittliches zu erwerben. Welch einen schädlichen Eindruck es auf unsere Kinder machen muß, wenn sie einige Eitelkeit nnd Gefallsucht von der Mutter, einen kleinen Hang zur Gourmandie vom Vawlernen könnten, wenn anch nur z. B. ein gutes Gericht zum Vorrecht des Hausvaters vor der Haushaltung oder der Herrschaft vor dem Gesinde gehört; wenn der Ton, mit welchem das Gesinde im Hause behandelt wird, die Voraussetzung begründet, die dem Menschen schuldige Achtung beginne erst mit einem gewissen Grade von Vermiß gen und Unabhängigkeit, und wie noch so manches sittlich Ungerechtfertigte sich in die den Kindern gewährte praktische Anschauung so leicht einstiehlt und doch so schädlich wirkt: darauf wollen wir nur im Vorbeigehen hindeuten, und nur noch die ängstliche Sorgfalt berühren, mit der wir