Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Vier und Zwanzigtes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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z?r LL E» vertrauet Hatte, und redete ihn bey seinen Namen also an: O du Verräther, was bewog dich diese meine Reise meinen Feinden zu entdecken, und mich in ihre mörderischen Hände.zu liefernd die. Rache des Höchsten wird dich von Stund an verfolgen. Die blutdürstigen Mörder aber ganz taub gegen die rührende Vorstellung dieses. Unglücklichen, schlugen ganz grausam und ohne Aufhören auf ihn los, bis dieser Gottesmann endlich in seinem eigenen Blut schwamm. Als aber dieser standhafte Märtyver sein nahes Ende vermerkte, ließ er das von seinem Haupt her, abstießende Blut in seine hohle Hand laufen, goß es drey mal auf sein Haupt und rief laut aus: Ihr treulosen Verräther, ihr grausamen und blutdürstigen Mörder, kurz vorher wurde ich mit Wasser, setzt aber werde ich mit meinem eigenen Blut getauft. Ich sterbe frölich und getrost auf Jesum Christum, dieser weiß meine O.Uaal; ihm befehle ich meine Seele. Diese rührende und bewegliche Rede dieses Unglücklichen war doch nicht vermögend die Harken Herzen der Mörder zum Mitleid zu erweichen, ja sie wurden durch dieselbe noch vielmehr entrüstet und erbittert, und schlugen so lange auf ihn unbarmherzig zu, bist er endlich unter diesem schmerzhaften Gefühl der harten Schläge seinen Geist aufgab. Welche rühmliche Standhaftigkeit nehmen wir an diesem Gottesmanne wahr, welch ein würdigest Erempel der Gedulk hat er in seinem Leiden Hinkerlaffen! Allein über alles Erwar-