Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Drey und Zwanzigtes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 363 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2577043-2577056-9903591--3878-2580733- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
LH MO LH 365 pur die Menschen, sondern auch die unvernünftigen Geschöpfe Gottes, und unter diesen die niedrigste Art, zum Gegenstand haben- Man findet daher nicht leicht,-aß ein Jude auch nur das gif-, tigfte und schädlichste Thier quälen, martern, yder gar tödken wird. Weil nun die Juden glauben, daß ihnen jn Ausübung dieser große» Tugend Niemand gleich sey, so find fie durch diesen Wahn -ahm verleitet worden, sich BsM Sachmomm, d. i. Kinder dex Barmherzigen zu nennen. Sollte man denn also wohl mit Recht glauben können, haß fie uns , wie fie beschuldiget werden, ohne l-lnterschied, mit dem bittersten Hqß verfolgen, und unser flNglück iiq Ernste wünschen, da sie doch schon gegen unvernünftige Geschöpfe Gottes so edle Empfindun-? gen der Liebe und Barmherzigkeit äußern. Oe-? wiß, wir übereilen uns m unserm hlrkheil, wkNN pir sie alle, ohne slnterschied, mit dem Namen der llnbarmherzigen und Feinde unsrer Mohlfarth, belegen wollten. Wir wollen hiermit nicht leugnen, als fänden sich nicht in den Gebetbüchern h'er Juden sehr viel harte Ausdrücke und schwere Flüche wider die Christen; nur dieses aber hitten wir unftre Leser zu Überlegen, daß dergleichen Fluchformeln zu der Zeit abgefqffet worden, wo sie unter dem Joch der heydmschen Tyranney, und unter dem schmerzlichen Gefühl der harten Verfolgungen seufzen mußten, welche letztery in den Ländern der 'Christen vorriämlich durch hie große Herrschsucht und Häsbsuchk der