Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Zwey und Zwanzigtes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 351 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LK »M r von Gott unser Verderben und Unglück. Allein alles dieses thun sie ohne allenVerstand und Uebet» legung. Von allen diesen liegt der Grund in dev Angewöhnung, in der schlechten Erziehung und bösen Exemprln, welche ein Jude von den andern, liehet, nicht aber allezeit in der Boßheit des Herzens. Hierbey ist auch noch zu erwägen, daß ihre Rabbinen, die blinden Leiter, dergleichen lästerliche Gebete in sehr bedrängten Zeiten und großen Verfolgungen verfertiget haben, die sich aber am wenigsten auf unser»gegenwärtigen Zeiten schicken. Jetzt aber können wir ihnen das Zeugniß geben, daß dergleichen Lästerungen und feindselige Lehren nicht mehr von ihnen ausgesonnen werden. Ueberhaupt können wir von vielen Schimpfnamen, womit sie uns belegen, mit Gewißheit behaupten, daß sie den Juden durch die Gewohnheit schon so geläufig worden, daß sie ihnen oft wider ihren Willen und auch oft zu der Zeit entfahren, da sie uns loben wollen. So sprechen sie z. E. das ist ein rechtschaffener Goi, oder Heyde; das ist ein braver Scheckitz, Verab, scheuuiigswürdiger. Dies ist eine alte, ehrliche, und gutherzige Rlafte, d.i. Betze oder Hündin, wodurch sie gleichwohl die rechtschaffenste Frau verstehen. Dieses wäre aber ganz widersprechend, wenn man nicht annehmen müßte, daß sie dergleichen Worte ohne Ueberlegung und ohne ein böses Herz, aussprächen. Es gilt also