Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Neuntes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2577043-2577056-9903605--3644-2580513- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
LS GM LS. *4.r Hr meine Stimme höret, denn ihr werdet bcy meinem Vater im Himmel zu meiner Rechten sitzen, euer Theil soll sehr groß seyn. Worüber alle Jünger die bittersten Thronen weinecen. Jesus aber tröstete sie, und sprach: höret auf, euch zu betrüben, eure Werke bleiben wahrhaftig nicht unbelohnt, wenn ihr nur mir getreu bleibet. Hierauf riefen alle einmüthig 'aus, wir wollen alles, was du uns sagen wirst, thun, und der soll sterben, wer sich dir widerseßet. Wohlan, sagte Jesus, wenn ihr mir gehorchen wollt, so ziehet mit mir nach Jerusalem, damit mich aber niemand daselbst erkenne, so will ich mich verkleiden. Diese List war von Jesu deswegen ersonnen, damit er wieder heimlich in den Tempel kommen möchte, um des Schcm Hamphorasch steh wieder zu bemächtigen; welches zwar seine Jünger nicht merkten. Judas aber, der noch unter ihnen war, und der, um unerkannt zu bleiben, sie alle durch die Kraft des Schem Hamphorasch geblendet hatte, wußte die Absicht der Reise Jesu gar wohl. (Warum ergriff er nicht Jesum durch die bezaubernde Kraft dieses Namens, und überantwortete ihn den Schriftgelehrteii ohne weitere Umstande?) Da sie mm unter einander berathschlagten, wie das Verlangen Jesu am besten zu bewerkstelligen scy; so trat Judas unter ihnen auf, und sagte: kleidet euch alle einer wie der andere; so wird unser Meister, gewiß unerkannt bleiben. Man befolgte seinen Rath, alle kleideten sich gleich, und