Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Neuntes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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t»s LK dein Bruder, deiner Mutter Sohn heimlich überreden wird und sagen: lüß uns gehn, und andern Göttern dienen, die du nicht kennest, noch deine Väter, so bewillige nicht, und gehorche ihm nicht, sondern du sollt ihn erwürgen, dei« ne Hand soll die erste wider ihn seyn, daß man ihn rödte, man soll ihn steinigen, daß er sterbe." Jesus aber antwortete: du lügst, von mir hat mein uralter Vater, David, Ps. 2, 7. geweift saget; „Der Herr hat zu mir gesagt, du bist mein Sohn, heute Hab ich dich gezeuget," und Psalzn 1 1 v, r. „Der Herr sprach zu meinem Herrn, setze dich zu meiner Rechten." Dieses will ich nun thun, ich will zu meinem Vater, der in dem Himmel ist, hinauffahren, und mich zu seiner Reckten setzen, daß ihr es mit euren Augen sehn sollet, und du Judas wirst nimmermehr dahin kommen können; worauf ihn denn, nachdem er heimlich den großen Namen Gottes ausgesprochen hatte, ein Wind ergriff und bis in den Himmel führet«. Judas folgte ihm sogleich nach und stohe eben so wie er mit der größten Geschwindigkeit in die Luft, wo er denn zu Jesu kam, ihn anfaßte, und sich bemühete ihn zur Erden herunter zu werfen, welches Unternehmen alles Volk bewunderte. Als sie sich, nun in der Luft mit einander Herumtrieben, und immer einer den andern zur Erden zu stürzen bemühet war, so gebrauchte endlich Judas die List, daß er Jesum durch das Wasser der Füße besudelte, wodurch sie sich bcyde verunreinigten.