Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Siebendes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»r der wahrhaftige Sohn Gottes und das Heyl aller Menschen sey. Philipp, von heiligen Eifer entflammt, rief aus: Ob ich dir gkich angelobt habe, das mir entdeckte Gehejmnißzu berschweigen, so halte ich mich doch für verbunden, dasselbe den frommen. Kaiser Justiniumzu eröffnen/ damit er seine ganze Macht amvende, diesen kostbaren Schaz von Tiberias wegzunehmen, um dadurch die Wahrheit unserer heiligsten Religion, allen Ungläubigen bekannt zu machen. Der Jude, welcher über den Eifer seines Freundes sehr erschrack, sprach hierauf: übereile dich nicht, lieber Freund denmdu bereitest durch deinen'Eifer ein Unglück, welches Mit Blutvergießen und erschrecklichen Verheerungen begleitet seyn wird. Denn die Juden würden ihre ganze Kraft anwenden, sie würden ihr Leben äufs Spiel setzen, ehe sie gestatteten, daß dieses heilige Buch in die unreinen Hände der Christen gerathen sollte, Stehe also ab von deinem Vorhaben, denn ich habe dir dieses Geheimniß, als meinen besten Freund deswegen bekannt gemacht, um dir zu zeigen, daß ich das Christenrhum nicht aus Unwissenheit, sondern aus Ehrsucht verwerfe. Nun änderte zwar der Silberhändler Philipp, auf die Vorstellung seines Freundes, feinen Entschluß, uud entdeckte dem Kayser das Geheimnlß Nicht. Dem ohngeachtet aber, vertrauete et doch den ganzen JNnhalt dieser Rede einigen von seinen Bekannteen und ansehnlichsten Freunden, von denen wir auch (so redet Suidst weiter,)