Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Sechstes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»X» 8demselben zurück nach Jerusalem gegangen, so habe er auf der Reise seines Rabbi Zorn so sehr gereizet, daß dieser ihn gleich nach geschehener Anklage unter dem Schall von 420 Posaunen in den Bann thun ließ. — Ein jeder sieht also, wie schlecht der Talmud mit dieser erdichteten Geschichte übereinstimmet. Denn im Talmud führt der Rabbi oder der Lehrmeister Jesu, ei, nen ganz andern Namen, den er vorher nicht gehabt hatte; es wird auch in demselben eine andere Ursache der Bannstrafe angegeben; und endlich ist auch die Anzahl der Posaunen hier größer, als wie sie in der erwähnten Geschichte war. — Was die Ursache anlanget, warum Jesus in den Bann gethan worden, so finden wir sie in dem Geschichtbuche Jesu noch auf folgende Art erzählet. Es begab sich zur Zeit des andern Tempels, als einige Knaben vor dem Tempel Len Ball schlugen, sind den Ball von ohngefehr in den Tempel warfen, daß einer von den Spielenden, welches Jesus war, mit frecher Stirne, und ohne den versammleten Richtern die gering^ ste Ehrerbietung zu erzeigen, in dem Tempel lief, den Ball abzuholen, welcher unter den Tisch gefallen war, an welchen die ehrwürdigen Glieder des Synedrii saßen. — Dies soll also nach dieser Erzählung die Ursache der Bannstrafe feyn. - - Hieraus erhellet also zur Gnüge, wie schlecht alle diese Lästerungen mit einander übereinstim- §5 men.