Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Sechstes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LS *XO LS 85 ihr Bitten noch Ermahnen konnte den entbrannten Jüngling zurück halten. Nach z Monaten erhielt der Marie Bräutigam Jochanan Nachricht vo» der Schwangerschaft seiner Braut, und auch zugleich von den Namen des Thäters. Er gieng darauf zu feinen Rabbi, Simeon den Sohn GHadach, lind fragte denselben, wie er sich dabey verhalten sollte, dieser riech ihm, daß, weil er von der Sache noch nicht völlig überzeugt, scy, und auch keine Zeugen habe, er sich noch ruhig verhalten und sich ganz unwissend stellen sollte, vielleicht gelüstete den Ehrcnschäiider noch öfter nach dieser verbotenen Kost, und alsdenn könnte er die ganze Sache so veranstalten, daß dieser Ruchlose, in Gegenwart einiger Zeugen bey der That selbst ergriffen würden Und auf diese Art könnte alsdenn sowohl der Ehrenschänder, als auch seine Braut vor dem Synedrio nach den Rechten bestrafet werden. Voll von Vekümmerniß gedachte dieser betrogene Bräutigam den Rath seines Rabbi ausznführen; allein das Gerichte von der Schwangerschaft seiner Braut verbreitere sich gar bald allenthalben, und da man den Verdacht der ganzen Sache auf ihn bringen wollte, so flöhe er heimlich nack Babel, um alle Schande zu vermeiden. Marie aber gebahr hierauf einen Sohn, welchen sie mach ihrer Mutter Bruder Jeschua nennte. Weil mm dieser Knabe bey herannahenden Jahren einen großen Fz Ver-