Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Sechstes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LL «X* 8Z lautet also: Im Jahre nach Erschaffung der' Welt 4671. unter der Regierung des Königes Janttni, wurde Israel mit einer Plage heimgesuchet. Es wohnte nämlich in Bethlehem Juda ein gewisser Joseph pattdilm aus dem Stamm Juda, ein Mann von einem schändlichen Charakter, und der den durch seine Tapfer, keit im Kriege Langten Ruhm fast ganz durch sein schändliches Leben verdunkelt hatte, nahe bey einer Wittwe, die eine sehr schöne Tochter Namens Marie hatte, (welches eben diese ist, die den andern Frauenzimmern die Haare frißirte und flechtete, und deren der Talmud an unterschiedlichen Orten meldet,) Diese Marie nun war die Braut eines gottesfürchtigen und gelehrten Jünglings Namens Jochanan. Einstmal aber geschähe es, daß der vorher gedachte? Joseph Pandira, durch den Anblick der Marie, welche in ihrer Hausthüre stund, gegen sie so sehr entzündet ward, daß er die Gedanken von dieser geliebten Marie nie aus seinem Gemüthe verbannen konnte, sondern endlich gar in eine auszehrende Krankheit verfallen mußte. Die Mutter , welche nicht viel besser als ihr Sohn war, erschrack zwar anfänglich über die traurige Gestalt ihres lieben Sohnes; allein als siedle wahre Beschaffenheit seiner Krankheit erfahren hatte, gab sie sich zufrieden, tröstete ihren kranken Sohn, und ermunterte ihn, den Muth nicht sinken zu lassen , und sich nicht weiter zu kränken, sondern viel lieber auf Mittel zu denken, F 2 wie