Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Fünftes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2577043-2577056-9903609--3565-2580438- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
6» LS Ms LL Glocken läuten hören : Siehe, nun kriecht der rNamsee durch alle Moschowim, d. i. nun muß das Hurkind durch alle heimliche Gemachey und Kloake kriechen. Daher denn ihr Gesinde, und ihre Kinder nicht gerne in dieser Nacht allein an solche Oerker gehen. Dieser Erzählung pflichten Dietrich Schwabe, und Friedrich Samuel Brentzen, in dem abgestrciften Schlangenbalg, und Johann Adrijan in sei, nem Sendschreiben einmürhig Hey. Der ge, dachte Dietrich Schwabe, fügt noch folgendes hinzu: Sie dürfen auch in unsrer Weihnachksnacht, welche sie Nittel nennen, weder studireu, noch beten. Die Ursache hiervon ist,, wie sie sagen, nach ihrem eigenen Gestandniß: Christus müsst in dieser Nacht die größte Höllenpein flusstehen; damit er aber nicht etwa ei, nige Ruhe oder Linderung durch das Gebet des ganzen Israels erlangen möchte; so beten wir in dieser Nacht lieber gar nicht; sondern spielen mit Karten und Würfeln. — (Wobey denn zugleich Christus auf das erschrecklichste verflucht und gelästert wird.) Der gedachte Brenyen führt fast eben dergleichen an. In der. Christnacht, spricht er, sind die Juden sehr lustig; sie spielen, fressen, saufen, und geben für, wenn in einem Hause gebetet, oder im Gesetze Gottes ge-, lesen würde, so habe der Tole, einige Ruhe. — An einem andern Orte sagt er, daß die Jude» in eben dieser heiligen Nacht, das teuflische Laster,. büch-