Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Drittes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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LS OMW HS ne Beschaffenheit mit demselben hätte. Die Juden grenzen demnach ohne Widerstand in denselben hinein, und fanden in dem Sarge neben der Leiche einen Brief liegen, von folgendem Jnnhalre: Lieben Brüder, und Freunde, ihr Juden ans der heiligen Gemeinde zu Maynz, ich bin gestorben zu Cölln am Rhein, und begehre von Euch, daß ihr mich in mein Erbbegräbniß zu Maynz neben meinen Aestern begraben sollt; Euch aber wünsche ich Friede, Gesundheit «nd langes Leben an Amran. Als die Juden den Brief gelesen hatten, entsetzten sie sich sehr, siengen an zu trauren, und Buße zu chuu. Die Christen hingegen waren für Freuden ganz ausgelassen, bemächtigten sich der Juden und schlugen sie. Demohngeachtet konnten die Christen diesen Kahn nicht ans Land bringen, sondern es mußte der Erzbischof den Juden Befehl ertheilen, den Kahn herbey zu schaffen, und ihn von der darinnen verwahrten Leiche zu entledigen, Dis Juden bathen hierauf, den Bischof, daß er ihnen erlauben möchte, auf ihren Kirchhof diesen Leichnam zu begraben. Allein weder ihr Bitten noch ihr dargebotenes Geld, war im Stande den Bischof zu bewegen. Er ließ daher eine Capelle über dem Grabe, in welches diese Leiche war gelegt worden, bauen, welches noch bis auf den heutigen Tag die Amaramskirche genennek wird. — Sehr oft erschien dieser Rabbi seinen Schülern im Traume und sprach zu ihnen; Lieben Schüler, begrabet mich doch neben mei- C z nen