Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Achtes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2577043-2577055-9903564--3211-2580104- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
OX» zu allen Zeiten mit einem blutdürstenbeu Schwerdte begürtet. / Wenn der Mensch sterben soll, schreibt daher Rabbi Schein Tof, so nähert sich ihm der Engel des Todes, nebst noch r andern Dienstengcln, von welchen einer der Schutzengel des sterbenden Menschen ist; der andere aber die Stelle eines Schreibers bey dieser Gelegenheit vertaten muß. Hierauf kündigt ihm jener, der Genius, die Gewißheit seines bevorstehenden Todes an, welches aber der unglückliche Sterbliche so gleich nicht glaubet, bis ihm endlich der zweete Engel die Jahre/ Stunden und Augenblicke seines Gebens vorgerechnet, und ihm deutlich demon, striret hat, daß er nicht länger zu leben habe. Wenn dieses geschehen ist, so werden ihm auf einmal beyde Augen geöffnet, daß er den Todes- Engel in seiner schrecklichen Gestalt, und mit seinem furchtbaren Schwerdte sehen kann; worüber er denn so sehr erschrickt, daß er sich vor Herzensangst hin und her wirft, und den Mund weit aufsperret, da ihm denn der Todesengel von seiner bittern Essenz, die sein Schlachtschwerdt unaufhörlich schwitzet, drey Tropfen hinein tröpfelt. Einer davon macht ihn bleich, und überziehet sein Gesichte mit der Todtenfarbe: der andere lobtet ihn, und der dritte bringt den entseelten Körper in Fäulniß. ——, Im Gchalschelet Hakkabala S. 68. C. 2. wird das Ende des Menschen also beschrieben: Wenn der Sterbliche den schreckvollen, ungestalten