Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Sechstes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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»X» I.S 89 aller Zufluß des Guten,, das sie bisher genossen haben, entzogen: Daher ist eine Nation, die es durch ihre Lasterthaten dahin gebracht hat, daß ihr himmlischer Fürsteher statt ihrer gezüchtiget wird, ihrem gewissen Untergange unvermeidlich nahe. Dieß meinet auch der Prophet Jes. C. 24, r i. "Der Herr wird heimsuchen das obere Heer in der Höhe, und die Könige der > Erden, hier unten auf Erden. „ Und eben dieses ist es auch, wenn unsre Rabbinen lehren, baß keine Nation, sich ihrem Verderben eher nähere, bevor ihr himmlischer Fürst gefallen sey. Die Gewißheit dieses Satzes, daß nemlich jeder oberste Fürst mit seinem ihm untergebenen sündigen Volke zugleich leiden muß, lehret die biblische Geschichte des Philister-Königes Abimekechs: denn als dieser die Sara, des Abrahams Weib, zu sich genommen hatte, so sprach ein Engel, welcher der Fürsteher seines Volks war, des Nachts zu ihm: „Darum habe ich dich verhindert, daß du nicht wider mich sündigtest." i Mos. 20, 26. Merke hier, (sagt der Vers.) daß bey dem Worte 112NV Machato, der Buchstabe -e deswegen fehlt, damit man es nicht übersetzen solle: um nicht zu sündigen. Es kommt nämlich dieses Wort nicht von dem Stammworte -evn Chata, sündigen, sondern von ^nv Machar, d. i. eine Nadel, oder ein spitziger Stachel, her. Denn so bald Abimelech dem Abraham sein Weib entrissen hatte, so wurde dessen oberster Fürst zu den schmerzlichsten Nadelstichen verur- F 5 theilt.